Jeden Morgen um 7 Uhr liegt ein fertiger Bericht über meine Website bereit. Den hat kein Mensch geschrieben. Eine geplante Aufgabe in der Claude-Desktop-App holt die Daten aus der Google Search Console, wertet sie aus und schlägt mir die nächsten Schritte vor. Ich lese nur noch.
Die Desktop-App ist für mich der Ort geworden, an dem ich mit Claude arbeite. Hier zeige ich dir, wie du sie installierst, was die drei Bereiche Chat, Cowork und Code können, was die App kostet und wie ich sie als Unternehmer jeden Tag nutze.
Was ist Claude Desktop?
Claude Desktop ist die offizielle App von Anthropic für deinen Computer. Sie bringt alles zusammen, was es von Claude gibt: den Chat, Cowork für Büroarbeit mit vielen Schritten und Claude Code für Software und Abläufe.
Der Unterschied zum Browser: Die App arbeitet mit deinem Rechner. Sie liest Dateien und Ordner, verbindet sich mit anderen Programmen und steuert auf Wunsch deinen Browser. Mit einer Tastenkombination rufst du Claude von überall auf. Laut Anthropic heißt diese Funktion Quick Entry.
Was Claude überhaupt ist und welche Pläne es gibt, erkläre ich auf meiner Übersichtsseite Claude KI.
Download und Installation
Lade die App nur von der offiziellen Seite claude.com/download oder unter Windows aus dem Microsoft Store. Fremde Download-Portale meide ich grundsätzlich.
| System | Fassung | Hinweis |
|---|---|---|
| macOS | eine App für Apple-Chips und Intel | |
| Windows | x64 und ARM64, auch im Microsoft Store | Cowork laut Anthropic nicht auf ARM64 |
| Linux | Beta für Ubuntu und Debian | ohne Computersteuerung und Diktieren |
Stand Oktober 2026 laut Anthropic. Nach dem Start meldest du dich mit deinem Claude-Konto an. Mehr ist nicht zu tun.
Die drei Bereiche: Chat, Cowork und Code
Chat
Der Chat funktioniert wie im Browser. Du fragst, Claude antwortet. Du kannst Dateien hineinziehen und im Netz suchen lassen. Ab Pro arbeitest du zusätzlich mit Projekten. Für schnelle Fragen und Texte reicht das.
Cowork
Cowork ist für Aufgaben mit vielen Schritten gedacht, ohne Terminal. Claude arbeitet dabei direkt mit Ordnern und Dateien auf deinem Rechner. Anthropic beschreibt Cowork als Claude Code für alle anderen Arbeiten. Aufgaben kannst du auch vom Handy an den Desktop übergeben. Lokale Cowork-Sitzungen bleiben laut Anthropic auf deinem Gerät.
Beispiele für Cowork: einen Ordner mit Rechnungen sortieren, aus zehn PDFs eine Übersicht bauen, eine Präsentation aus Notizen erstellen.
Code
Im Bereich Code läuft Claude Code direkt in der App. Ich nutze diesen Bereich jeden Tag. Der Vorteil gegenüber dem Terminal: Ich sehe Änderungen an Dateien übersichtlich, kann eine Website in einer Vorschau prüfen und mehrere Aufgaben nebeneinander laufen lassen. Laut Anthropic zeigt die App auch den Stand von Änderungen in GitHub an.
Wie Claude Code funktioniert und was es kostet, erkläre ich in meiner Anleitung Claude Code auf Deutsch.
Connectors und Erweiterungen
Richtig stark wird die App, wenn du sie mit deinen Programmen verbindest. Das geht über Connectors und Desktop-Erweiterungen. Technisch steckt meist das Model Context Protocol dahinter, kurz MCP.
Bei mir sind unter anderem verbunden:
- Gmail und Google Drive: Claude liest Mails, legt Entwürfe an und findet Dokumente. Gesendet wird nur, was ich freigebe.
- Mein Werbekonto bei Meta: Claude wertet Anzeigen aus und bereitet Änderungen vor.
- DaVinci Resolve: Claude schneidet kurze Videos und setzt Untertitel.
- Claude in Chrome: Claude bedient meinen Browser, zum Beispiel in der Google Search Console.
Eine Regel ist mir dabei wichtig: Gib nur so viele Rechte frei wie nötig. Claude fragt vor vielen Schritten nach. Lass das am Anfang so, bis du dem Ablauf vertraust.
Routinen: Claude arbeitet, während du schläfst
In der App kannst du geplante Aufgaben anlegen. Claude startet sie dann von selbst zur festgelegten Zeit. Bei mir laufen so mehrere Routinen:
- Täglicher Bericht zur Google-Suche um 7 Uhr mit Maßnahmen und Messterminen.
- Auswertungen und Vorbereitungen für Werbung und Newsletter. Was an Kunden geht, legt Claude nur als Entwurf an. Ich prüfe und sende selbst.
Für Unternehmer ist das der eigentliche Schritt vom Chatbot zum KI-Mitarbeiter. Du sagst einmal, was regelmäßig passieren soll. Danach passiert es. Damit Claude dabei deine Abläufe kennt, legst du sie als Skills an. Wie das geht, steht im Artikel Claude Skills erklärt.
Was kostet Claude Desktop?
Die App ist kostenlos und für alle Pläne verfügbar. Was du darin nutzen kannst, hängt vom Plan ab:
| Plan | Preis pro Monat | Chat | Cowork und Code |
|---|---|---|---|
| Free | 0 US-Dollar | Ja | Nein |
| Pro | 20 US-Dollar, bei Jahreszahlung 17 US-Dollar | Ja | Ja |
| Max | 100 oder 200 US-Dollar | Ja | Ja, mit deutlich mehr Nutzung |
Stand Oktober 2026 laut Preisseite von Anthropic. Ich nutze den großen Max-Plan, weil ich viele Stunden am Tag mit Claude arbeite. Für den Einstieg reicht Pro.
Desktop-App oder Terminal?
Ich nutze beides. Viele Aufgaben erledige ich inzwischen im Bereich Code der Desktop-App. Auf meinem Server arbeite ich im Terminal, dort gibt es keine App.
Meine Empfehlung: Wenn du nicht programmierst, starte mit der Desktop-App. Sie ist übersichtlicher, und du siehst, was Claude gerade tut. Das Terminal lohnt sich, wenn du schon damit arbeitest oder Claude auf einem Server laufen lassen willst.
Grenzen
- Ohne Internet geht nichts. Claude läuft auf Servern von Anthropic.
- Cowork und Code brauchen einen Bezahlplan, und auch dort gibt es Nutzungsgrenzen.
- Unter Linux fehlt noch einiges, etwa die Computersteuerung und das Diktieren.
- Mehr Rechte heißt mehr Verantwortung. Wenn Claude Mails, Werbekonten oder Dateien bearbeiten darf, prüfe die Ergebnisse. Bei Kundendaten bin ich zurückhaltend.
Wenn du nur ab und zu eine Frage hast, reicht der Browser. Wenn du Claude als Mitarbeiter einsetzen willst, installiere die App. Welche weiteren Werkzeuge ich nutze, zeige ich in der Übersicht KI-Tools für Selbstständige. Alle Artikel zu KI im Business findest du unter KI für Unternehmer.