Ich bezahle viele Ausgaben meiner Firma mit der American Express Business Platinum Card. Sie kostet 850 Euro im Jahr. In den letzten 12 Monaten habe ich 52.741 Euro in 293 Buchungen über die Karte bezahlt.
Lohnt sich das? Ich habe es nachgerechnet, mit meinen echten Zahlen. Das Ergebnis hat mich überrascht: Knapp ja, aber nur, weil ich einen Fehler inzwischen nicht mehr mache.
Was die Karte kostet
- Jahresgebühr: 850 Euro, inklusive einer Zusatzkarte aus Metall (American Express, Vergleich der Business-Karten).
- Auslandseinsatzentgelt: 2 % auf Umsätze in fremder Währung. Bei mir waren das 220,55 Euro auf 11.247 Euro in US-Dollar und Baht.
Zum Vergleich: Die Business Gold kostet 175 Euro im Jahr, im ersten Jahr nichts. Punkte sammelst du mit beiden Karten.
Was ich in 12 Monaten herausgeholt habe
| Vorteil | Wert für mich |
|---|---|
| Online-Reiseguthaben | 200 € |
| Punkte über „Zahlen mit Punkten“ eingelöst | 692 € |
| Summe | 892 € |
| Jahresgebühr | 850 € |
Dazu kamen Werte, die ich nicht in Euro ausgewiesen habe: Reiseversicherungen, Lounges und eine Hotelbuchung über The Hotel Collection. Im Sommer 2026 habe ich so im InterContinental Hua Hin gewohnt. Die dritte Nacht war kostenlos, rund 177 Euro, dazu kamen 100 US-Dollar Guthaben im Hotel.
Ohne die Hotelprogramme hätte sich die Karte gerade so getragen. Mit ihnen lohnt sie sich.
Mein teuerster Fehler: Punkte zu billig eingelöst
Ich habe Punkte über „Zahlen mit Punkten“ gegen meine Kartenabrechnung getauscht. Das ist bequem, bringt aber nur rund 0,5 Cent je Punkt.
Für einen Business-Flug nach Thailand rechne ich heute anders. Ich übertrage die Punkte zu British Airways und buche damit Qatar Airways. Business Frankfurt nach Bangkok kostet so 60.000 bis 75.000 Avios plus 250 bis 285 Euro Zuschläge für eine Strecke. Das ergibt rund 1,15 Cent je Punkt, mehr als doppelt so viel.
Bei rund 53.000 Punkten im Jahr sind das rund 345 Euro Unterschied, Jahr für Jahr. Wie ich die Punkte übertrage, zeige ich in Amex-Punkte in Meilen umwandeln.
Die Vorteile, die die Gebühr tragen
Fine Hotels + Resorts und The Hotel Collection: Buchst du über Amex Online Reisen, bekommst du je nach Hotel ein Upgrade, spätes Auschecken, Guthaben im Hotel und bei Fine Hotels + Resorts Frühstück für zwei. Das ist für mich der größte Hebel.
Hotelstatus: Über die Karte habe ich Status bei Hilton (Gold), Marriott (Gold Elite), Meliá (Gold) und Radisson (Premium). ALL Accor Gold habe ich gerade registriert. Den Status musst du einmal aktivieren, sonst bekommst du ihn nicht.
Lounges: Mit dem Priority Pass komme ich weltweit in Flughafen-Lounges, für die Haupt- und die Zusatzkarte.
Guthaben: Laut American Express bis zu 200 Euro Online-Reiseguthaben, bis zu 200 Euro für SIXT ride, bis zu 300 Euro für SIXT+ auto abo und bis zu 200 Euro bei Dell im Jahr. Ich habe bisher nur das Reiseguthaben genutzt. Das ist der zweite Fehler, den ich jetzt abstelle.
Zahlungsziel: Bis zu 58 Tage. Eine Ausgabe von heute geht erst Wochen später von deinem Konto ab.
Auslandsreise-Krankenschutz: Bis zu 120 Tage am Stück, aber nur, wenn du die Reise mit der Karte bezahlt hast. Es gibt einen Selbstbehalt. Lies die Bedingungen, bevor du dich darauf verlässt.
Business Platinum oder Business Gold?
Die Mehrkosten der Platinum gegenüber der Gold liegen bei 675 Euro im Jahr. Ziehe ich das Reiseguthaben und die Lounge-Besuche ab, die ich ohnehin nutze, bleiben rund 235 bis 355 Euro. Dafür bekomme ich die Hotelprogramme, den Hotelstatus und die Reiseversicherungen.
Für mich lohnt sich das, weil ich gern in guten Hotels wohne und Upgrades schätze. Wenn du kaum reist und vor allem Punkte willst, nimm die Gold. Die Abwägung für Unternehmer allgemein steht in Firmenkreditkarte.
Für wen sich die Karte nicht lohnt
Die Business Platinum ist kein Muss. Sie lohnt sich für dich eher nicht, wenn du:
- selten reist und Hotels lieber über Vergleichsportale buchst,
- viel in fremder Währung bezahlst und jeden Prozentpunkt Gebühr spürst,
- keine Lust hast, Guthaben zu aktivieren und Fristen im Blick zu behalten.
Ein Beispiel aus meinen Zahlen: Auf 11.247 Euro in fremder Währung habe ich 220,55 Euro Auslandseinsatzentgelt bezahlt. Wer im Jahr ein Vielfaches davon im Ausland ausgibt, sollte eine zweite Karte ohne Auslandsgebühr dafür prüfen.
Und noch ein Punkt, den viele übersehen: Die Reiseversicherungen der Platinum greifen nur, wenn du die Reise mit der Karte bezahlt hast. Buchst du den Flug mit einer anderen Karte, bist du nicht über die Amex versichert.
Wie ein KI-Mitarbeiter die Karte für mich überwacht
Die meisten Vorteile verfallen nicht, weil sie schlecht sind, sondern weil niemand an sie denkt. Deshalb prüft bei mir jeden Mittwoch ein KI-Mitarbeiter meine Verträge und Kontobewegungen. Er findet ungenutzte Abos, Preiserhöhungen und Fristen und legt mir Vorschläge als Entwurf hin. Die Entscheidung treffe ich. So habe ich gesehen, dass meine Guthaben für SIXT ride und Dell ungenutzt lagen. Wie ich solche KI-Mitarbeiter aufbaue, steht in meinem Buch Der 60-Minuten-KI-Mitarbeiter.
So holst du mehr aus der Karte
- Buche Hotels zuerst über Amex Online Reisen und prüfe, ob das Hotel bei Fine Hotels + Resorts oder The Hotel Collection ist.
- Aktiviere jeden Hotelstatus, den die Karte bietet.
- Löse Punkte nicht über die Kartenabrechnung ein, sondern über Vielfliegerprogramme.
- Nutze die Guthaben. Trag dir die Fristen in den Kalender.
- Bezahle große, planbare Ausgaben mit der Karte. Werbekosten, etwa für Meta Ads, fallen jeden Monat an und bringen so laufend Punkte.
Stand dieser Zahlen: Oktober 2026. American Express ändert Gebühren, Guthaben und Partner regelmäßig. Prüfe die aktuellen Bedingungen vor dem Antrag.