Mein Fazit in 60 Sekunden
Ich habe CapCut seit Juni 2025 bezahlt und am 20. Oktober 2026 gekündigt. In dieser Zeit habe ich zusammen 313,10 € an CapCut überwiesen. Auf meinem Mac liegen 73 CapCut-Projekte aus der Zeit vom 7. Juli bis zum 11. Oktober 2026, allein 46 davon aus dem September.
CapCut passt, wenn du selbst schneidest und schnell Titel und Untertitel brauchst. Pro lohnt sich erst, wenn eine Funktion, die du wirklich brauchst, nur im bezahlten Tarif steckt. Für mich hat sich das geändert, seit meine KI für mich schneidet. Das macht sie in DaVinci Resolve, nicht in CapCut.
Was ist CapCut?
CapCut ist ein Schnittprogramm für Videos. Laut Datenschutzerklärung bietet es die Bytedance Pte. Ltd. aus Singapur an. Du nutzt es als App auf dem Handy, als Programm am Computer oder im Browser. Neben dem Schnitt gibt es Vorlagen, Effekte, Musik und KI-Funktionen wie automatische Untertitel.
So habe ich CapCut genutzt
Mein Ablauf war einfach. Ich habe Videos am Mac mit OBS aufgenommen, einem kostenlosen Programm für Bildschirm- und Kameraaufnahmen. OBS hat Kamera und Bild zusammengesetzt. In CapCut habe ich danach Titel, Untertitel und kleine Schnitte gemacht.
Die Zahlen dazu stammen aus den Projektdateien auf meinem Mac. Ich habe nur Datum und Länge gezählt, keine Inhalte. Das Ergebnis: 73 Projekte in gut drei Monaten. Ein typisches Projekt war rund zweieinhalb Minuten lang. Ein Projekt ist aber nicht gleich ein veröffentlichtes Video. Manche waren Versuche oder zweite Fassungen.
Ein Problem hat mich dabei Zeit gekostet. Aufnahmen aus OBS ruckelten in CapCut, obwohl die Datei 30 Bilder pro Sekunde meldete. Die Ursache lag in den Zeitstempeln der Aufnahme. Geholfen hat eine andere Einstellung in OBS, das Format fragmentiertes MP4, und im Zweifel eine Kopie mit fester Bildrate. Wenn deine Bildschirmaufnahmen in CapCut ruckeln, prüfe zuerst die Aufnahme, nicht den Schnitt.
Was CapCut kostet
Die deutsche Preisseite von CapCut nennt heute diese Preise:
| Tarif | Monatlich | Jährlich | Für wen |
|---|---|---|---|
| Free | 0 € | 0 € | Einstieg und einfache Schnitte |
| Pro | 23,99 € | 199,99 € | Premium-Vorlagen, mehr KI, 1 TB Speicher |
| Ultra | 68 € | 779 € | viel KI-Video, mehr Guthaben |
| Teams | 14,57 € bis 24 € je Platz | 120 € je Platz | mehrere Nutzer mit gemeinsamen Marken-Assets |
Stand: 3. November 2026, laut der Preisseite von CapCut. CapCut schreibt selbst, dass diese Preise nur zur Orientierung dienen. Den verbindlichen Preis mit Steuern und Angeboten siehst du erst nach der Anmeldung. Neue Nutzer können Pro laut CapCut 7 Tage kostenlos testen. Die Preise ändern sich: CapCut erklärt auf einer eigenen Hilfeseite zur Preiserhöhung, warum bestehende Abos teurer wurden.
Das habe ich selbst bezahlt, laut meinen Kontoauszügen:
| Zeitraum | Betrag | Zahlungsweg |
|---|---|---|
| Juni 2025 | 109,99 € | eine Zahlung über PayPal |
| April 2026 | 10,62 € | PayPal |
| Mai bis September 2026 | 17,93 € bis 18,23 € im Monat | PayPal |
| Oktober 2026 | 101,98 € | zwei Zahlungen in US-Dollar direkt an CapCut |
Die Zahlungen von Mai bis September lagen also unter dem heutigen Listenpreis von 23,99 €. Welcher Tarif hinter den Oktober-Zahlungen steht, zeigt mein Kontoauszug nicht. In den 101,98 € stecken 2,00 € Auslandsgebühr. Mein Rat: Schau bei Abos in US-Dollar genau auf die Abrechnung, denn Wechselkurs und Gebühr kommen bei jeder Zahlung dazu.
Datenschutz für Unternehmer
CapCut speichert Daten laut Datenschutzerklärung auf Servern in Malaysia, Singapur und den USA. Für die Übermittlung in Länder ohne Angemessenheitsbeschluss nennt CapCut Standardvertragsklauseln. Daten, auch Eingaben in die KI-Funktionen, nutzt CapCut nach eigener Angabe unter anderem, um seine Technik und seine Modelle zu verbessern.
Für Aufnahmen mit Kunden, Mitarbeitern oder internen Zahlen würde ich vorher prüfen, ob es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung gibt. Das ist keine Rechtsberatung. Kläre es mit deinem Datenschutzbeauftragten.
Stärken und Schwächen
Stärken:
- Titel, Untertitel und Schnitt liegen in einem Fenster. Für meine kurzen Videos hat das gereicht.
- Free reicht für erste Versuche. Du musst nichts kaufen, um zu testen.
- Mit Pro bearbeitest du laut CapCut auf Handy, Computer und im Browser.
Schwächen:
- Der Preis ist unklar, bis du angemeldet bist. Meine eigenen Zahlungen haben sich mehrfach geändert.
- Pro-Funktionen sehen im Editor normal aus. Laut CapCut-Hilfe kommt die Kaufaufforderung teils erst beim Export.
- Die Server stehen außerhalb der EU.
Warum ich gekündigt habe
Im Oktober 2026 habe ich alle laufenden Abos durchgesehen. Für Videos liefen mehrere Werkzeuge gleichzeitig, darunter CapCut und DaVinci Resolve Studio. Seit Mitte Oktober schneide ich meine Shorts in DaVinci Resolve. Dort steuert Claude Code den Schnitt und setzt die Untertitel. Wie das abläuft, zeige ich in KI-Videos erstellen. Mein letztes CapCut-Projekt stammt vom 11. Oktober, am 20. Oktober habe ich gekündigt.
Das heißt nicht, dass CapCut schlecht ist. Es heißt nur: Ein Werkzeug, das du kaum noch öffnest, solltest du nicht weiter bezahlen.
Alternativen zu CapCut
| Werkzeug | Preis | Stärke | Für wen |
|---|---|---|---|
| DaVinci Resolve | kostenlos, Studio einmalig 245 € | Schnitt, Farbe und Ton in einem Programm | wer am Computer schneidet oder automatisieren will |
| Shotcut | kostenlos, Open Source | läuft auf Windows, Mac und Linux | wer lokal und ohne Konto schneiden will |
| Kdenlive | kostenlos, Open Source | läuft auf Linux, Windows und Mac | wer ein freies Programm vom KDE-Projekt sucht |
Preise geprüft am 3. November 2026. Getestet habe ich davon nur DaVinci Resolve Studio.
Für wen CapCut Pro passt
CapCut Pro passt zu dir, wenn du jede Woche mehrere Clips selbst schneidest und eine bestimmte Pro-Funktion brauchst. Teste das zuerst mit Free und dann 7 Tage mit Pro, immer bis zum fertigen Export.
Wenn du nur ab und zu einen Clip schneidest, reicht Free. Wenn du deine Videos mit KI automatisieren willst, schau dir DaVinci Resolve an. Und wenn deine Videos noch keine Kunden bringen, liegt es selten am Schnittprogramm. Wie aus Reels Kontakte werden, steht in Werbung auf Instagram. Weitere Werkzeug-Tests findest du unter KI im Business, etwa meinen Test der Plaud Note Pro.