ChatGPT oder Claude: Was nehmen Unternehmer?

Zuletzt geprüft am 13. Oktober 2026

Illustration im Stil der 60er-Jahre: Zwei Roboter mit Krawatte sitzen wie Bewerber vor dem Schreibtisch, der Chef vergleicht ihre Lebensläufe.
Bild: mit KI erstellt

Ich zahle für ChatGPT und für Claude jeweils das große Abo, rund 200 Euro im Monat. Ich brauche beide, denn ich nutze sie für verschiedene Aufgaben. Claude schreibt meine Texte. ChatGPT recherchiert für mich, und mit Codex baut es meine Technik.

In diesem Artikel zeige ich dir, welches Werkzeug ich wofür nehme und warum. Und welches du nehmen solltest, wenn du nur eins willst. Wie du ChatGPT im Alltag führst und gute Anweisungen schreibst, steht im Artikel ChatGPT für Unternehmer. Hier geht es nur um die Entscheidung.

Die kurze Antwort

Ein bestes Werkzeug für alles gibt es nicht. Jede KI hat einen eigenen Stil, einen eigenen Ton und eigene Stärken. Die Aufgabe entscheidet. So teile ich meine Arbeit heute auf:

Aufgabe Meine Wahl Grund
Texte, Newsletter, Kundenmails Claude schreibt natürlicher und kennt mich
Design von Webseiten Claude optisch schönere Ergebnisse
Recherche und Fragen unterwegs ChatGPT mein Werkzeug für Recherche, meist am Handy
Automatisierung und Software ChatGPT mit Codex arbeitet selbstständiger
Sehr lange Dokumente Claude größeres Kontextfenster laut Anbieter
Team mit Kundendaten Team-Tarif des gewählten Werkzeugs kein Training mit deinen Inhalten als Standard

Wenn du bei null startest, brauchst du keine zwei Abos. Nimm eins und arbeite damit. Welches, ist am Anfang zweitrangig. Dazu mehr am Ende.

Wie ich zu zwei Abos kam

Anfang 2026 war Claude mein Haupttool. Wenn es um den digitalen Mitarbeiter ging, war Claude für mich die erste Wahl. Ein ChatGPT-Abo hatte ich damals nicht, ich brauchte es nicht.

Im Februar änderte sich das. Bei Claude hatte ich den größten Max-Plan. Wer dessen Grenze erreicht, zahlt danach pro Verbrauch. Also habe ich Codex ausprobiert. Codex ist das Gegenstück zu Claude Code, nur von OpenAI. Es steckt in den ChatGPT-Tarifen.

Ein paar Monate vorher fand ich Codex noch langsam und schlecht. Diesmal war ich überrascht. Gleich am ersten Abend ließ ich Codex meinen Server prüfen. Es fand Sicherheitslücken und viele Stellen, die sich effizienter lösen ließen. Einmal entdeckte Codex von selbst eine Konfigurationsdatei, die einen gesperrten Benutzer wieder aktiviert hatte. Claude hatte das nicht gesehen.

Seitdem habe ich beide. Zwei Abos haben für mich noch einen Vorteil: Ich kann zwei Aufgaben parallel laufen lassen.

Texte und Kundenkommunikation: Claude

Hier ist meine Meinung seit Monaten gleich. Claude schreibt die besseren Texte. Sie klingen menschlicher, die ganze Art ist angenehmer. Beim Schreiben gibt es für mich wenig, was besser ist. Newsletter, Angebote, Antworten an Kunden und Verkaufsseiten gehen bei mir an Claude.

Ein zweiter Grund: Claude kennt mich. In der Web-Version liegt meine ganze Historie, und Claude greift darauf zu. So weiß das Werkzeug, wer ich bin. Für Webinare gebe ich Claude zusätzlich mehrere Textdateien über mich. Darin stehen meine Geschichte und Erfolgsgeschichten. Deshalb klingt das Ergebnis nach mir und nicht nach einer Maschine.

ChatGPT schreibt auch gute Texte, wenn du ihm genug Kontext gibst. Wie das geht, zeige ich in ChatGPT für Unternehmer. Für Texte, die nach dir klingen sollen, bleibt Claude trotzdem meine erste Wahl.

Recherche und schnelle Fragen: ChatGPT

Wenn ich etwas recherchieren will, öffne ich meistens ChatGPT. Oft am Handy, wenn ich unterwegs bin. Für gründliche Recherchen hat ChatGPT die Funktion Deep Research. Claude kann ebenfalls im Web suchen, das ist in allen Claude-Tarifen enthalten. Bei mir hat sich ChatGPT für die Recherche eingespielt.

Dazu kommt die Bilderstellung. ChatGPT erzeugt Bilder direkt im Chat. Das nutze ich auch für Technik, dazu gleich mehr.

Automatisierung und Software ohne Programmierer: Codex

Webseiten, Automatisierungen und eigene Software baue ich heute mit KI. Dafür brauchst du ein Werkzeug, das auf deinem Rechner oder Server arbeitet. Bei Anthropic heißt es Claude Code, bei OpenAI heißt es Codex. Claude Code ist ab dem Pro-Tarif enthalten. Codex gibt es eingeschränkt schon in ChatGPT Free, mehr ab Plus.

Für technische Aufgaben nutze ich seit dem Frühjahr meistens Codex. Der Grund: Ich muss weniger erklären. Ich sage, was ich will, und Codex sucht sich die nötigen Informationen selbst zusammen. Auf meinem Server mit vielen Projekten spart das viel Zeit. Bei Claude Code musste ich öfter an die Hand nehmen.

Ein Ablauf, den ich gern nutze: Ich lasse ChatGPT ein Bild von einem Design erzeugen, das mir gefällt. Codex programmiert die Seite nach diesem Vorbild. In der Codex-App prüft es das Ergebnis anschließend selbst.

Claude Code hat andere Stärken. Webseiten sehen damit optisch besser aus. Im Live-Seminar am 11. Oktober 2026 habe ich vor den Teilnehmern mit Claude Code eine Webseite gebaut. Wie du Claude Code einrichtest, steht in Claude Code auf Deutsch.

Beide Desktop-Apps können inzwischen am Computer klicken und Programme bedienen. Ein Produkt von mir nutzt das. Der Kunde lädt einen Ordner in ChatGPT oder Claude. Die KI interviewt ihn und richtet dann alles an seinem Rechner ein. Das klappt mit beiden Werkzeugen.

Meine Sicht seit dem Frühjahr 2026: Software bauen ist gelöst. Du kannst jede Software bauen, die du brauchst. Der Engpass ist nicht mehr, wie du etwas machst. Der Engpass ist, was du machen sollst.

Lange Dokumente: Claude hat mehr Platz

Verträge, Buchmanuskripte, Transkripte von Webinaren. Bei langen Dokumenten zählt das Kontextfenster. Das ist die Textmenge, die eine KI in einem Gespräch gleichzeitig im Blick behält. Gemessen wird es in Token, also in kleinen Textbausteinen.

Das nennen die Anbieter auf ihren Preisseiten, Stand 13. Oktober 2026:

Für sehr lange Dokumente hat Claude damit auf dem Papier fast viermal so viel Platz wie ChatGPT Plus. Für normale Dokumente reichen beide.

Eins gilt für jedes Werkzeug. Wird ein Chat zu lang, vergisst die KI, was weiter oben stand. Lege dein Wissen deshalb in Textdateien ab, statt alles in einen Chat zu kippen. Dann gibst du der KI genau die Dateien, die sie für die Aufgabe braucht.

Team und Datenschutz: Der Tarif entscheidet

Beim Datenschutz zählt weniger das Werkzeug als der Tarif. Drei Punkte solltest du kennen.

Private Tarife. In den privaten Tarifen von ChatGPT darf OpenAI deine Inhalte zum Training nutzen. Du kannst widersprechen: Einstellungen, Datenkontrollen, Option „Das Modell für alle verbessern“ ausschalten. Auch danach gilt: Gibst du einer Antwort Daumen hoch oder runter, darf OpenAI das ganze Gespräch zum Training verwenden. So steht es in der Hilfe von OpenAI. Bei Claude Free, Pro und Max entscheidest du selbst, ob Anthropic deine Daten zum Training nutzen darf. Erlaubst du es, speichert Anthropic sie bis zu fünf Jahre. Sonst bleibt es bei 30 Tagen. Das hat Anthropic in seinen geänderten Verbraucherbedingungen festgelegt.

Team-Tarife. ChatGPT Business und Claude Team trainieren standardmäßig nicht mit deinen Inhalten. Beide gibt es ab zwei Personen. Dazu kommen zentrale Abrechnung, Verwaltung und Single Sign-on, also eine gemeinsame Anmeldung für alle im Team.

Speicherort. ChatGPT Enterprise unterstützt Datenresidenz in zehn Regionen, darunter die EU. Datenresidenz heißt, dass deine Daten in dieser Region liegen. Anthropic bietet Europa über die Cloud-Plattformen AWS Bedrock und Google Cloud Vertex an, so steht es auf der Seite zur regionalen Bereitstellung. Für die normalen Claude-Tarife nennt die Seite keine Region.

Meine Haltung ist pragmatisch. Keine Kundendaten in private Konten. Sobald Mitarbeiter mitarbeiten oder Kundendaten ins Spiel kommen, nimm den Team-Tarif. Mehr dazu im Abschnitt Datenschutz von ChatGPT für Unternehmer. Rechtliche Fragen klärst du mit deiner Datenschutzberatung.

Was kostet was

Die Preise pro Monat laut den deutschen Preisseiten, Stand 13. Oktober 2026:

Stufe ChatGPT Claude
Kostenlos Free, 0 € Free, 0 €
Einstieg Go 8 €, Plus 23 € Pro 18 €, bei Jahreszahlung 15 €
Vielnutzer Pro ab 103 € Max ab 90 €
Team, pro Person Business 26 €, bei Jahreszahlung 21 € Team 21,04 €, bei Jahreszahlung 18 €

Anthropic nennt seine Preise ohne Steuern. OpenAI sagt dazu auf der Preisseite nichts. Go kann laut OpenAI Werbung enthalten. Prüfe die Preise vor dem Abschluss selbst, die Anbieter ändern sie oft: Preise von ChatGPT und Preise von Claude.

Wenn du nur eins nimmst

Wer bei null startet, braucht keine zwei großen Abos. Starte mit einem Werkzeug. Ob Claude oder ChatGPT, ist am Anfang zweitrangig. Wichtiger ist, dass du es für echte Aufgaben nutzt.

Ein zweites Abo lohnt sich erst, wenn du an eine Grenze stößt. Etwa, wenn dein Kontingent nicht mehr reicht oder ein Werkzeug eine Aufgabe schlecht löst. KI-Werkzeuge sind nur Mittel zum Zweck. Wer jedem neuen Modell hinterherläuft, baut viel und erreicht wenig. Such erst nach einem besseren Werkzeug, wenn du einen echten Engpass hast.

Welche Technik ich für ein ganzes KI-Business nutze, beschreibe ich im kostenlosen Buch Das 60-Minuten-KI-Business. Den Überblick über alle meine Werkzeuge findest du unter KI-Tools für Selbstständige. Alle Artikel zum Thema stehen auf der Seite KI im Business.

Häufige Fragen

Was ist aktuell besser, ChatGPT oder Claude?
Das hängt von der Aufgabe ab. Ich arbeite mit beiden. Claude schreibt für mich die besseren Texte und liefert schönere Webseiten. ChatGPT nutze ich für Recherche und mit Codex für Technik und Automatisierung, weil es dort selbstständiger arbeitet. Für sehr lange Dokumente hat Claude laut Anbieter das größere Kontextfenster. Wenn du nur ein Abo willst: Schreibst du viel, nimm Claude. Willst du vor allem automatisieren, nimm ChatGPT.
Was kostet ChatGPT im Vergleich zu Claude?
Laut den deutschen Preisseiten vom 13. Oktober 2026 gibt es beide kostenlos. ChatGPT Go kostet 8 € im Monat, ChatGPT Plus 23 €. Claude Pro kostet 18 € im Monat, bei Jahreszahlung 15 €. Für Vielnutzer gibt es ChatGPT Pro ab 103 € und Claude Max ab 90 €. Anthropic nennt seine Preise ohne Steuern. Ich selbst zahle für beide das große Abo, jeweils rund 200 Euro im Monat. Für den Start brauchst du das nicht.
Was kostet Claude AI für Unternehmen?
Claude Team gibt es für 2 bis 150 Personen. Ein Standard-Platz kostet laut deutscher Preisseite 21,04 € im Monat, bei Jahreszahlung 18 €, jeweils ohne Steuern. Ein Premium-Platz mit fünfmal mehr Nutzung kostet 105,23 € oder 90 € bei Jahreszahlung. Claude Code ist enthalten. Im Team-Tarif trainiert Anthropic standardmäßig nicht mit deinen Inhalten. Enterprise kostet 20 US-Dollar pro Platz und Monat plus Nutzung zu API-Preisen.
Ist ChatGPT oder Claude sicherer?
Beim Datenschutz entscheidet der Tarif mehr als das Werkzeug. In den privaten Tarifen beider Anbieter können deine Inhalte ins Training fließen, wenn du nicht widersprichst. In ChatGPT Business und Claude Team gilt als Standard: kein Training mit deinen Inhalten. Datenspeicherung in der EU bietet OpenAI für ChatGPT Enterprise. Anthropic bietet Europa über AWS Bedrock und Google Cloud Vertex. Meine Regel: keine Kundendaten in private Konten. Rechtliche Fragen klärst du mit deiner Datenschutzberatung.
Was ist besser, ChatGPT Codex oder Claude Code?
Beide bauen Software, Webseiten und Automatisierungen, auch für Menschen ohne Programmierkenntnisse. Für technische Aufgaben nutze ich seit dem Frühjahr 2026 meistens Codex. Ich muss weniger erklären, Codex sucht sich die nötigen Informationen selbst zusammen. Claude Code liefert optisch schönere Webseiten. Im Live-Seminar am 11. Oktober 2026 habe ich damit eine Webseite gebaut. Codex steckt in den ChatGPT-Tarifen, Claude Code ab Claude Pro. Wenn du bei null startest, ist die Wahl zweitrangig.
Für wen eignet sich Claude?
Claude passt zu dir, wenn du viel schreibst. Newsletter, Angebote, Verkaufsseiten, Antworten an Kunden. Claude schreibt für mich natürlicher als andere Werkzeuge und weiß über den Verlauf, wer ich bin. Es passt auch, wenn du sehr lange Dokumente auswerten willst, denn das Kontextfenster fasst laut Anthropic bis zu 1 Million Token. Und es passt, wenn du Webseiten bauen willst, die gut aussehen. Mit Claude Code geht das ab dem Pro-Tarif.
Ist Claude eine Alternative zu ChatGPT?
Ja. Anfang 2026 habe ich fast nur mit Claude gearbeitet und hatte gar kein ChatGPT-Abo. Beide Werkzeuge chatten, suchen im Web, werten Dateien aus und schreiben Code. Die Unterschiede liegen im Stil und in den Stärken. Claude schreibt natürlicher. ChatGPT erstellt Bilder direkt im Chat und bringt mit Codex ein starkes Werkzeug für Technik mit. Für die meisten Unternehmer reicht am Anfang eines von beiden.

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