Ich zahle für ChatGPT und für Claude jeweils das große Abo, rund 200 Euro im Monat. Ich brauche beide, denn ich nutze sie für verschiedene Aufgaben. Claude schreibt meine Texte. ChatGPT recherchiert für mich, und mit Codex baut es meine Technik.
In diesem Artikel zeige ich dir, welches Werkzeug ich wofür nehme und warum. Und welches du nehmen solltest, wenn du nur eins willst. Wie du ChatGPT im Alltag führst und gute Anweisungen schreibst, steht im Artikel ChatGPT für Unternehmer. Hier geht es nur um die Entscheidung.
Die kurze Antwort
Ein bestes Werkzeug für alles gibt es nicht. Jede KI hat einen eigenen Stil, einen eigenen Ton und eigene Stärken. Die Aufgabe entscheidet. So teile ich meine Arbeit heute auf:
| Aufgabe | Meine Wahl | Grund |
|---|---|---|
| Texte, Newsletter, Kundenmails | Claude | schreibt natürlicher und kennt mich |
| Design von Webseiten | Claude | optisch schönere Ergebnisse |
| Recherche und Fragen unterwegs | ChatGPT | mein Werkzeug für Recherche, meist am Handy |
| Automatisierung und Software | ChatGPT mit Codex | arbeitet selbstständiger |
| Sehr lange Dokumente | Claude | größeres Kontextfenster laut Anbieter |
| Team mit Kundendaten | Team-Tarif des gewählten Werkzeugs | kein Training mit deinen Inhalten als Standard |
Wenn du bei null startest, brauchst du keine zwei Abos. Nimm eins und arbeite damit. Welches, ist am Anfang zweitrangig. Dazu mehr am Ende.
Wie ich zu zwei Abos kam
Anfang 2026 war Claude mein Haupttool. Wenn es um den digitalen Mitarbeiter ging, war Claude für mich die erste Wahl. Ein ChatGPT-Abo hatte ich damals nicht, ich brauchte es nicht.
Im Februar änderte sich das. Bei Claude hatte ich den größten Max-Plan. Wer dessen Grenze erreicht, zahlt danach pro Verbrauch. Also habe ich Codex ausprobiert. Codex ist das Gegenstück zu Claude Code, nur von OpenAI. Es steckt in den ChatGPT-Tarifen.
Ein paar Monate vorher fand ich Codex noch langsam und schlecht. Diesmal war ich überrascht. Gleich am ersten Abend ließ ich Codex meinen Server prüfen. Es fand Sicherheitslücken und viele Stellen, die sich effizienter lösen ließen. Einmal entdeckte Codex von selbst eine Konfigurationsdatei, die einen gesperrten Benutzer wieder aktiviert hatte. Claude hatte das nicht gesehen.
Seitdem habe ich beide. Zwei Abos haben für mich noch einen Vorteil: Ich kann zwei Aufgaben parallel laufen lassen.
Texte und Kundenkommunikation: Claude
Hier ist meine Meinung seit Monaten gleich. Claude schreibt die besseren Texte. Sie klingen menschlicher, die ganze Art ist angenehmer. Beim Schreiben gibt es für mich wenig, was besser ist. Newsletter, Angebote, Antworten an Kunden und Verkaufsseiten gehen bei mir an Claude.
Ein zweiter Grund: Claude kennt mich. In der Web-Version liegt meine ganze Historie, und Claude greift darauf zu. So weiß das Werkzeug, wer ich bin. Für Webinare gebe ich Claude zusätzlich mehrere Textdateien über mich. Darin stehen meine Geschichte und Erfolgsgeschichten. Deshalb klingt das Ergebnis nach mir und nicht nach einer Maschine.
ChatGPT schreibt auch gute Texte, wenn du ihm genug Kontext gibst. Wie das geht, zeige ich in ChatGPT für Unternehmer. Für Texte, die nach dir klingen sollen, bleibt Claude trotzdem meine erste Wahl.
Recherche und schnelle Fragen: ChatGPT
Wenn ich etwas recherchieren will, öffne ich meistens ChatGPT. Oft am Handy, wenn ich unterwegs bin. Für gründliche Recherchen hat ChatGPT die Funktion Deep Research. Claude kann ebenfalls im Web suchen, das ist in allen Claude-Tarifen enthalten. Bei mir hat sich ChatGPT für die Recherche eingespielt.
Dazu kommt die Bilderstellung. ChatGPT erzeugt Bilder direkt im Chat. Das nutze ich auch für Technik, dazu gleich mehr.
Automatisierung und Software ohne Programmierer: Codex
Webseiten, Automatisierungen und eigene Software baue ich heute mit KI. Dafür brauchst du ein Werkzeug, das auf deinem Rechner oder Server arbeitet. Bei Anthropic heißt es Claude Code, bei OpenAI heißt es Codex. Claude Code ist ab dem Pro-Tarif enthalten. Codex gibt es eingeschränkt schon in ChatGPT Free, mehr ab Plus.
Für technische Aufgaben nutze ich seit dem Frühjahr meistens Codex. Der Grund: Ich muss weniger erklären. Ich sage, was ich will, und Codex sucht sich die nötigen Informationen selbst zusammen. Auf meinem Server mit vielen Projekten spart das viel Zeit. Bei Claude Code musste ich öfter an die Hand nehmen.
Ein Ablauf, den ich gern nutze: Ich lasse ChatGPT ein Bild von einem Design erzeugen, das mir gefällt. Codex programmiert die Seite nach diesem Vorbild. In der Codex-App prüft es das Ergebnis anschließend selbst.
Claude Code hat andere Stärken. Webseiten sehen damit optisch besser aus. Im Live-Seminar am 11. Oktober 2026 habe ich vor den Teilnehmern mit Claude Code eine Webseite gebaut. Wie du Claude Code einrichtest, steht in Claude Code auf Deutsch.
Beide Desktop-Apps können inzwischen am Computer klicken und Programme bedienen. Ein Produkt von mir nutzt das. Der Kunde lädt einen Ordner in ChatGPT oder Claude. Die KI interviewt ihn und richtet dann alles an seinem Rechner ein. Das klappt mit beiden Werkzeugen.
Meine Sicht seit dem Frühjahr 2026: Software bauen ist gelöst. Du kannst jede Software bauen, die du brauchst. Der Engpass ist nicht mehr, wie du etwas machst. Der Engpass ist, was du machen sollst.
Lange Dokumente: Claude hat mehr Platz
Verträge, Buchmanuskripte, Transkripte von Webinaren. Bei langen Dokumenten zählt das Kontextfenster. Das ist die Textmenge, die eine KI in einem Gespräch gleichzeitig im Blick behält. Gemessen wird es in Token, also in kleinen Textbausteinen.
Das nennen die Anbieter auf ihren Preisseiten, Stand 13. Oktober 2026:
- Claude: bis zu 1 Million Token, je nach Modell. Das gilt laut Anthropic für alle Einzeltarife.
- ChatGPT Plus und Business: 256.000 Token im Reasoning-Modus. Laut OpenAI passen etwa 320 Seiten Text in die Eingabe.
- ChatGPT Pro: 400.000 Token, laut OpenAI etwa 680 Seiten.
Für sehr lange Dokumente hat Claude damit auf dem Papier fast viermal so viel Platz wie ChatGPT Plus. Für normale Dokumente reichen beide.
Eins gilt für jedes Werkzeug. Wird ein Chat zu lang, vergisst die KI, was weiter oben stand. Lege dein Wissen deshalb in Textdateien ab, statt alles in einen Chat zu kippen. Dann gibst du der KI genau die Dateien, die sie für die Aufgabe braucht.
Team und Datenschutz: Der Tarif entscheidet
Beim Datenschutz zählt weniger das Werkzeug als der Tarif. Drei Punkte solltest du kennen.
Private Tarife. In den privaten Tarifen von ChatGPT darf OpenAI deine Inhalte zum Training nutzen. Du kannst widersprechen: Einstellungen, Datenkontrollen, Option „Das Modell für alle verbessern“ ausschalten. Auch danach gilt: Gibst du einer Antwort Daumen hoch oder runter, darf OpenAI das ganze Gespräch zum Training verwenden. So steht es in der Hilfe von OpenAI. Bei Claude Free, Pro und Max entscheidest du selbst, ob Anthropic deine Daten zum Training nutzen darf. Erlaubst du es, speichert Anthropic sie bis zu fünf Jahre. Sonst bleibt es bei 30 Tagen. Das hat Anthropic in seinen geänderten Verbraucherbedingungen festgelegt.
Team-Tarife. ChatGPT Business und Claude Team trainieren standardmäßig nicht mit deinen Inhalten. Beide gibt es ab zwei Personen. Dazu kommen zentrale Abrechnung, Verwaltung und Single Sign-on, also eine gemeinsame Anmeldung für alle im Team.
Speicherort. ChatGPT Enterprise unterstützt Datenresidenz in zehn Regionen, darunter die EU. Datenresidenz heißt, dass deine Daten in dieser Region liegen. Anthropic bietet Europa über die Cloud-Plattformen AWS Bedrock und Google Cloud Vertex an, so steht es auf der Seite zur regionalen Bereitstellung. Für die normalen Claude-Tarife nennt die Seite keine Region.
Meine Haltung ist pragmatisch. Keine Kundendaten in private Konten. Sobald Mitarbeiter mitarbeiten oder Kundendaten ins Spiel kommen, nimm den Team-Tarif. Mehr dazu im Abschnitt Datenschutz von ChatGPT für Unternehmer. Rechtliche Fragen klärst du mit deiner Datenschutzberatung.
Was kostet was
Die Preise pro Monat laut den deutschen Preisseiten, Stand 13. Oktober 2026:
| Stufe | ChatGPT | Claude |
|---|---|---|
| Kostenlos | Free, 0 € | Free, 0 € |
| Einstieg | Go 8 €, Plus 23 € | Pro 18 €, bei Jahreszahlung 15 € |
| Vielnutzer | Pro ab 103 € | Max ab 90 € |
| Team, pro Person | Business 26 €, bei Jahreszahlung 21 € | Team 21,04 €, bei Jahreszahlung 18 € |
Anthropic nennt seine Preise ohne Steuern. OpenAI sagt dazu auf der Preisseite nichts. Go kann laut OpenAI Werbung enthalten. Prüfe die Preise vor dem Abschluss selbst, die Anbieter ändern sie oft: Preise von ChatGPT und Preise von Claude.
Wenn du nur eins nimmst
Wer bei null startet, braucht keine zwei großen Abos. Starte mit einem Werkzeug. Ob Claude oder ChatGPT, ist am Anfang zweitrangig. Wichtiger ist, dass du es für echte Aufgaben nutzt.
- Du schreibst viel, etwa Newsletter, Angebote und Kundenmails: Nimm Claude Pro.
- Du willst automatisieren und Software bauen: Nimm ChatGPT Plus mit Codex.
- Du arbeitest mit Mitarbeitern oder Kundendaten: Nimm den Team-Tarif des Werkzeugs, für das du dich entschieden hast.
Ein zweites Abo lohnt sich erst, wenn du an eine Grenze stößt. Etwa, wenn dein Kontingent nicht mehr reicht oder ein Werkzeug eine Aufgabe schlecht löst. KI-Werkzeuge sind nur Mittel zum Zweck. Wer jedem neuen Modell hinterherläuft, baut viel und erreicht wenig. Such erst nach einem besseren Werkzeug, wenn du einen echten Engpass hast.
Welche Technik ich für ein ganzes KI-Business nutze, beschreibe ich im kostenlosen Buch Das 60-Minuten-KI-Business. Den Überblick über alle meine Werkzeuge findest du unter KI-Tools für Selbstständige. Alle Artikel zum Thema stehen auf der Seite KI im Business.