Ein Video bekommt Aufrufe, Likes und Kommentare. Das sieht gut aus. Aber du weißt nicht, wer diese Menschen sind. Und du kannst sie nicht wieder erreichen. Du kannst ihnen keine zweite Nachricht schreiben und nicht fragen, was sie gerade aufhält.
Mich interessieren deshalb vor allem E-Mail-Adressen. In diesem Artikel zeige ich dir, wie aus einem einfachen Video ein E-Mail-Kontakt wird. Ohne Werbekosten und mit Zahlen aus meinen eigenen Videos.
Aufmerksamkeit ist teuer
Bei der Neukundengewinnung geht es um drei Dinge. Du willst günstig Aufmerksamkeit bekommen. Du willst günstig Kontakte von Menschen bekommen, die sich für dein Thema interessieren. Und du willst diese Kontakte in Gewinn verwandeln.
Mit provokanten Aussagen bekommst du viel Aufmerksamkeit. Gewinn bringen sie selten. Du suchst Themen, die viele Menschen interessieren. Vor allem Menschen, die bei dir kaufen würden.
Bezahlte Werbung ist der direkte Weg, aber sie ist teuer. Auf Facebook kostet ein Klick schnell 3 bis 5 €. Schickst du die Besucher direkt auf eine Verkaufsseite, kauft vielleicht 1 %. Egal, ob dein Produkt 50 € oder 500 € kostet: Du gibst viel Geld aus und bekommst wenig zurück. Je weniger dich ein Kontakt kostet, desto mehr Gewinn bleibt.
Die Strategie: Video, Kommentar, Buch
Die Strategie ist einfach. Du nimmst ein Video auf, zum Beispiel für Instagram. Du erzählst etwas Interessantes zu deinem Thema. Am Ende lädst du die Zuschauer ein, ein Wort zu kommentieren. Dafür schickst du ihnen dein Buch kostenlos.
Bei meinen Finanzvideos klingt das so: „Wenn du besser in Aktien investieren willst, kommentiere mit Buch.“ Die Menschen kommentieren mit „Buch“. Ich antworte auf jeden Kommentar: „Ich habe dir gerade eine Nachricht geschickt.“ In der Nachricht steht ein Link. Wer klickt, trägt seine E-Mail-Adresse ein und bekommt das Buch.
Jeder, der kommentiert, interessiert sich für dein Thema. Das ist der Kern. Ein anonymer Mensch aus der grauen Masse des Internets hebt die Hand und sagt: „Ja, ich will mehr darüber erfahren.“
Warum ein Buch so leicht angenommen wird
Die meisten Menschen scrollen nebenbei. Sie sitzen in der Bahn oder gehen gerade von der Küche zur Couch. Sie sehen etwas, das sie interessiert, aber sie haben gerade keine Zeit. Keine Zeit für einen einstündigen Vortrag. Keine Zeit für einen langen Fragebogen vor einem Erstgespräch. Und keine Zeit für einen festen Termin am Freitagvormittag, weil die Kinder irgendwo hin müssen.
Für zwei Felder haben sie aber immer Zeit. Name und E-Mail-Adresse, oft sogar nur die E-Mail-Adresse. Das Buch lesen sie, wann es ihnen passt. Ob sie es wirklich lesen, weißt du nicht. Aber du hast ihre Kontaktdaten. Du kannst diese Menschen so oft erreichen, wie du willst, bis sie sich austragen.
Was eine E-Mail-Adresse wert ist
Viele Menschen sind seit zehn Jahren in meinem E-Mail-Verteiler. Für so eine Adresse habe ich irgendwann einmal 3 € bezahlt. Mit diesen Kunden habe ich 50.000 € verdient.
Vielen Unternehmern ist nicht klar, welche Macht eine große Liste hat. Jede Adresse bringt dir jeden Monat ungefähr ein paar Euro. Über zehn Jahre wird daraus viel Geld. Und hinter jeder Adresse steht ein Mensch, der sich wirklich für deine Sache interessiert. Ein möglicher Käufer für mehrere hundert oder mehrere tausend Euro.
Likes interessieren mich deshalb nicht. Follower sehen nett aus, aber sie interessieren mich auch nicht besonders. Mich interessieren die E-Mail-Adressen. Warum eine eigene Liste so wichtig ist, erkläre ich ausführlich im Artikel E-Mail-Liste aufbauen.
Drei Beispiele mit echten Zahlen
Meine Videos sind einfach. Viele nehme ich mit dem Handy auf. Ich veröffentliche sie, und Instagram spielt sie von selbst aus.
- Ein Beitrag von Elon Musk. In einem Video habe ich einen Beitrag von Elon Musk auf X gezeigt, eine Aktienprognose. Am Ende kam die Einladung: „Wenn du besser in Aktien investieren willst, kommentiere mit Buch.“ Für eine Finanz-E-Mail-Adresse zahle ich mit Werbung normalerweise 10 €. Dieses Video hat mir Adressen im Wert von 620 € gebracht. Gekostet hat es 0 €.
- Ein Selfie mit dem Handy. Mein erfolgreichstes Video ist ein einfaches Selfie. Es hat 91.000 Aufrufe und 74.000 Menschen erreicht. Daraus sind 95 E-Mail-Adressen entstanden, für 0 €.
- 114 Kommentare. Unter einem dritten Video standen 114 Kommentare. Daraus wurden 50 E-Mail-Adressen. Mit Werbung hätten sie mich rund 500 € gekostet.
So zählst du deine Ergebnisse: Auf jeden Kommentar „Buch“ folgt meine Antwort, also ein zweiter Kommentar. Teile die Zahl der Kommentare durch zwei und zieh noch etwas ab. Dann weißt du ungefähr, wie viele Adressen ein Video gebracht hat.
Für den Start empfehle ich Instagram. Ein Konto, ein Video mit dem Handy, eine klare Einladung am Ende. Damit kannst du Tausende Menschen erreichen.
Das funktioniert in jeder Branche
Mit diesem Weg kann ich in jede Branche gehen. Ich könnte Yachten verkaufen, Luxusimmobilien oder Scheidungsberatung. Du brauchst nur den richtigen Buchtitel.
Ein Mensch hat einen Wunsch oder ein Problem. Er sieht einen Buchtitel, der genau dazu passt, und trägt sich ein. Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ihn das Thema wirklich beschäftigt. So machst du unsichtbare Kunden sichtbar. Je genauer dein Thema eine Gruppe trifft, desto besser passen die Kontakte. Wie du diese Gruppe auswählst, steht im Artikel Zielgruppe eingrenzen.
Vom Kontakt ins Gespräch
Mit der E-Mail-Adresse kannst du nachfragen. Zum Beispiel so: „Du hast dir mein Buch heruntergeladen. Möchtest du das Thema gerade angehen, oder schaust du dich nur um?“ Wer antwortet, zeigt dir, wo er steht. Dann fragst du weiter: Was hält dich gerade auf? Was ist gerade deine Herausforderung? So beginnt ein echtes Gespräch.
Gleichzeitig wirst du als Experte wahrgenommen. Du lieferst zuerst Wert und erklärst dein Thema, bevor du etwas verkaufst.
Dazu brauchst du Geduld. Am ersten Tag kaufen nur wenige, meist 1 bis 2 %. Die anderen kaufen später. Wer sich für ein Buch über Aktien einträgt, kauft nach meiner Erfahrung fast immer in den nächsten zwölf Monaten etwas zum Thema Aktien. Ein Coaching, eine Beratung, einen Service. Die Frage ist nur, bei wem.
Viele Unternehmer schicken neuen Kontakten fünf Werbe-E-Mails mit „Nur noch heute“. Danach hören die Kontakte nie wieder etwas von ihnen. Den Verkauf macht später, wer dranbleibt. Eine einfache E-Mail, mit der ich stille Kontakte wieder ins Gespräch hole, ist die 7-Wort-E-Mail.
Dranbleiben statt den nächsten Trick suchen
Die meisten schauen sich so eine Strategie an, finden sie gut und probieren dann wieder einen anderen Trick. Ich habe Videos nur für Reichweite oft genug gemacht. Ohne den Schritt zur E-Mail-Adresse bringen sie kein Geld. Der Weg vom Video zum E-Mail-Kontakt bringt Geld.
Ich nutze Bücher als Einstieg, seit ich 15 bin. Ein Buch zu einem Thema, darüber Kontakte sammeln, dann per E-Mail verkaufen. Das funktioniert bis heute.
Dein erster Schritt ist klein. Wähle ein Thema, das deine Wunschkunden wirklich beschäftigt. Nimm dazu ein einfaches Video mit dem Handy auf. Sag am Ende klar, was die Zuschauer kommentieren sollen und was sie dafür bekommen. Und zähl danach nicht die Likes, sondern die E-Mail-Adressen.