Was dieser Rechner macht
Der Rechner zeigt dir, welchen Stundensatz du mindestens brauchst, damit am Ende dein Wunschgehalt übrig bleibt. Er rechnet Krankenversicherung, Altersvorsorge und Betriebskosten mit ein. Und er rechnet nur mit den Stunden, die dir ein Kunde wirklich bezahlt.
Das Ergebnis ist deine Untergrenze. Liegt dein heutiger Preis darunter, arbeitest du für weniger, als du willst. Liegt er darüber, hast du Spielraum für Rücklagen und Gewinn.
So rechne ich deinen Stundensatz aus
Ich rechne in vier Schritten. Als Beispiel nehme ich die Startwerte des Rechners.
Schritt 1: Monatsbedarf addieren. Du willst dir 5.000 € im Monat auszahlen, so wie ein Gehalt. Dazu kommen 600 € für Kranken- und Pflegeversicherung, 500 € für deine Altersvorsorge und 800 € Betriebskosten für Software, Telefon, Versicherungen und Steuerberater. Zusammen sind das 6.900 € im Monat.
Schritt 2: Jahresbedarf berechnen. 6.900 € mal 12 ergibt 82.800 €. Diesen Umsatz musst du im Jahr ohne Umsatzsteuer machen.
Schritt 3: Arbeitstage zählen. Ein Jahr hat 52 Wochen. Bei 5 Arbeitstagen pro Woche sind das 260 Tage. Davon ziehst du Urlaub, Feiertage und Krankheit ab. Im Beispiel sind das 50 Tage. Es bleiben 210 Arbeitstage. Bei 8 Stunden pro Tag sind das 1.680 Arbeitsstunden.
Schritt 4: Nur abrechenbare Stunden zählen. Nicht jede Arbeitsstunde bezahlt dir ein Kunde. Du schreibst Angebote, machst Buchhaltung, beantwortest Anfragen und lernst Neues. Im Beispiel sind 60 % deiner Zeit abrechenbar. Das sind 1.008 Stunden im Jahr.
Jetzt teilst du: 82.800 € durch 1.008 Stunden ergibt 82,14 € pro Stunde. Bei 8 Stunden pro Tag ist dein Tagessatz 657,14 €.
Die Formel in einer Zeile:
Stundensatz = (Wunschgehalt + Versicherung + Vorsorge + Betriebskosten) × 12 ÷ abrechenbare Stunden
Der wichtigste Regler: abrechenbare Zeit
Kein Wert verändert dein Ergebnis so stark wie der Anteil abrechenbarer Zeit. Die Tabelle oben zeigt es. Bei 80 % brauchst du 61,61 € pro Stunde. Bei 40 % sind es 123,21 €. Der Bedarf ist in beiden Fällen gleich. Nur die Zahl der bezahlten Stunden ändert sich.
Schätze diesen Wert ehrlich. Schreib eine Woche lang auf, wofür du deine Zeit nutzt. Zähl danach, wie viele Stunden du einem Kunden in Rechnung stellen konntest. Gerade am Anfang frisst die Kundengewinnung viel Zeit.
Hier hast du zwei Hebel. Du erhöhst den Preis, oder du senkst die unbezahlte Zeit. Buchhaltung, wiederkehrende Kundenfragen und Marketing erledigt bei mir heute zu einem großen Teil die KI. Wie das ohne Team funktioniert, zeige ich im Artikel KI für Selbstständige.
Häufige Fehler
Du teilst dein Wunschgehalt durch die Stunden eines Angestellten. Ein Angestellter mit 40 Stunden pro Woche arbeitet im Schnitt rund 173 Stunden im Monat. 5.000 € geteilt durch 173 Stunden ergibt knapp 29 € pro Stunde. Mit diesem Satz fehlen dir Versicherung, Vorsorge, Kosten und jede unbezahlte Stunde. Der Rechner kommt für denselben Wunsch auf 82,14 €, fast das Dreifache.
Du vergisst die Abgaben, die sonst der Arbeitgeber trägt. Bei Angestellten zahlt der Arbeitgeber einen Teil der Kranken- und Rentenversicherung. Als Selbstständiger zahlst du alles selbst. Deshalb stehen Versicherung und Vorsorge im Rechner als eigene Felder.
Du rechnest mit 365 Tagen. Wochenenden, Urlaub, Feiertage und Krankheit gibt es auch für dich. Wer sie nicht abzieht, plant mit Umsatz, den er nie macht.
Du verwechselst netto und brutto. Der Stundensatz aus dem Rechner ist netto. Falls du Umsatzsteuer ausweist, kommt sie obendrauf und gehört dem Finanzamt.
Du planst ohne Puffer. Der Rechner zeigt die Untergrenze. Schwache Monate, ein Kunde, der spät zahlt, oder eine neue Anschaffung sind darin nicht enthalten. Rechne deshalb einen Aufschlag für Rücklagen und Gewinn ein.
Der Stundensatz ist deine Untergrenze, nicht dein Preis
Ich habe irgendwann aufgehört, Zeit gegen Geld zu tauschen. Einen Stundensatz würde ich heute nur verkaufen, wenn du ganz am Anfang stehst und erst Referenzen sammelst. Stunden werden schlecht bezahlt. Und dein Einkommen hat eine feste Obergrenze, weil dein Tag nur 24 Stunden hat.
Ein Paket mit festem Ergebnis verkaufst du deutlich leichter zu einem höheren Preis. Dein Kunde weiß, was er bekommt und was es kostet. Und du profitierst davon, schneller zu werden. Der Preis für das Paket bleibt gleich, aber dein Verdienst pro Stunde steigt mit jeder Vorlage und jedem festen Ablauf. Wie du so ein Paket beschreibst, zeige ich im Artikel Kunden gewinnen als Coach oder Berater.
Nutze den Rechner deshalb für dein Paket. Schätze, wie viele Stunden es dich kostet, und multipliziere mit deinem Mindest-Stundensatz. Das ist der Preis, unter den du nie gehen solltest. Was du darüber verlangen kannst, hängt vom Wert für deinen Kunden ab.
Der stärkste Hebel für diesen Wert ist die richtige Zielgruppe. Dieselbe Leistung ist für einen Kunden, der schon erfolgreich ist, viel mehr wert als für jemanden, der gerade startet. Warum Spezialisten deshalb mehr verdienen, erkläre ich im Artikel Zielgruppe eingrenzen.
Was du jetzt mit dem Ergebnis machst
Vergleiche das Ergebnis mit deinem heutigen Preis. Liegst du darunter, hast du drei Möglichkeiten. Du erhöhst den Preis. Du senkst die Zeit, die dir niemand bezahlt. Oder du verkaufst ein Paket statt Stunden. Meistens bringt eine Kombination aus allen dreien am meisten.
Wenn du deinen Preis erhöhen willst, prüfe vorher, wie viele Kunden du dabei verlieren darfst. Oft sind es mehr, als du denkst. Die Rechnung dazu findest du unten bei den passenden Werkzeugen.