Was dieser Rechner beantwortet
Der bestehende Millionär-Rechner nimmt deine heutige Sparrate und sagt dir, wann dein Depot die Million erreicht. Dieser Rechner dreht die Frage um. Du setzt ein Zieljahr fest und bekommst die monatliche Sparrate, die rechnerisch dazu passt. Wenn dein eigentliches Ziel nicht die runde Million, sondern ein Leben aus dem Vermögen ist, leitet der Finanzielle-Freiheit-Rechner den Zielbetrag aus deinen Monatsausgaben ab.
Voreingestellt sind 25.000 € Startkapital, eine Million Euro Ziel, 30 Jahre Zeit und 7 % Rendite pro Jahr. Daraus ergibt sich eine nötige Sparrate von rund 692,37 € im Monat. Ohne Startkapital wären es rund 855,10 €. Du kannst die Million durch jeden anderen Zielbetrag ersetzen.
Die Rechnung zeigt außerdem, wie viel du bis zum Ziel selbst eingezahlt hast und welcher Teil aus der angenommenen Rendite stammt. Gerade diese Aufteilung verhindert einen häufigen Denkfehler. Eine Million Ziel bedeutet nicht, dass du eine Million aus deinem Einkommen zurücklegen musst.
So berechne ich die nötige Sparrate
Die Sparrate wird am Ende jedes Monats eingezahlt. Das nennt man nachschüssig. Dein vorhandenes Kapital wird dagegen vom ersten Monat an verzinst.
Zuerst rechne ich die Jahresrendite in eine Monatsrendite um. Bei 7 % pro Jahr sind das nicht einfach 7 geteilt durch 12. Diese Näherung würde durch den Zinseszins am Jahresende 7,23 % ergeben. Ich verwende die geometrische Umrechnung. Aus 7 % pro Jahr werden rund 0,5654 % im Monat, zwölf solche Monate ergeben wieder genau 7 %.
Danach wächst das Startkapital über die gesamte Laufzeit. 25.000 € werden bei 7 % in 30 Jahren zu 190.306,37 €, auch wenn kein weiterer Euro hinzukommt. Bis zur Million fehlen dann noch 809.693,63 €. Die Rentenformel verteilt diesen fehlenden Endwert auf 360 Monatsraten und berücksichtigt, dass die erste Rate fast 30 Jahre arbeitet, die letzte aber nur einen Monat.
Das Ergebnis sind 692,37 € pro Monat. Über 30 Jahre zahlst du einschließlich Startkapital 274.253,12 € ein. Die restlichen rund 725.746,88 € entstehen im glatten Modell aus der Rendite.
Warum Zeit die Sparrate so stark verändert
Mit denselben 25.000 € Startkapital und derselben Rendite brauchst du für eine Million in 20 Jahren rund 1.779,69 € im Monat. Bei 30 Jahren sind es rund 692,37 €, bei 35 Jahren noch rund 428,35 €. Zehn zusätzliche Jahre senken die Rate also nicht nur um ein Drittel, sondern weit stärker.
Der Grund steckt in zwei Effekten. Du zahlst länger ein und jede frühe Rate wird länger verzinst. Der zweite Effekt wird oft unterschätzt. Aus den 692,37 €, die du im ersten Monat einzahlst, werden über 30 Jahre bei gleichmäßigen 7 % rechnerisch mehr als 5.000 €. Die letzte Rate bleibt dagegen nahezu unverändert.
Der Zusammenhang funktioniert auch andersherum. Wer später anfängt, kann verlorene Zeit nur mit einer deutlich höheren Rate, mehr Startkapital, einem kleineren Ziel oder einer höheren Renditeannahme ausgleichen. Die Rendite ist davon der einzige Hebel, den du nicht kontrollierst.
Rechne nicht nur mit 7 Prozent
Eine gleichmäßige Rendite gibt es in einem echten Depot nicht. Der Rechner braucht trotzdem eine Zahl. Behandle sie deshalb als Szenario und nicht als Vorhersage.
Für 25.000 € Startkapital, 30 Jahre und eine Million Ziel sieht die Spannweite so aus:
| Rendite pro Jahr | Nötige Sparrate im Monat |
|---|---|
| 3 % | 1.623,12 € |
| 5 % | 1.093,91 € |
| 7 % | 692,37 € |
| 9 % | 392,63 € |
Zwischen 5 % und 9 % liegen mehr als 700 € monatliche Sparrate. Eine Planung, die nur mit dem hohen Wert funktioniert, ist deshalb empfindlich. Rechne lieber eine Bandbreite und prüfe einmal im Jahr, ob dein tatsächlicher Depotstand noch zwischen den Szenarien liegt.
Auch die Reihenfolge der Börsenjahre fehlt im Modell. In der Ansparphase kann ein früher Kursrückgang hilfreich sein, weil spätere Raten mehr Anteile kaufen. Ein Rückgang kurz vor dem Ziel kann den Termin dagegen verschieben. Zwei Depots können über 30 Jahre denselben Durchschnitt erreichen und unterwegs völlig anders verlaufen.
Die Million ist ein Bruttoziel
Der Rechner zieht keine Steuern ab. Auf Kapitalerträge beträgt der besondere Steuersatz nach § 32d Absatz 1 EStG 25 %. Hinzu kommen 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer nach § 4 SolzG. Ohne Kirchensteuer sind das zusammen 26,375 % des steuerpflichtigen Ertrags.
Bei einem Aktienfonds bleiben nach § 20 InvStG 30 % der Erträge steuerfrei. Außerdem gibt es den Sparerpauschbetrag. Trotzdem ist eine Million Depotwert vor einem vollständigen Verkauf nicht automatisch eine Million verfügbares Geld nach Steuer. Bereits angesetzte Vorabpauschalen, Einstandskurse und die gewählten Anteile beeinflussen die genaue Rechnung. Dafür gibt es den Abgeltungssteuer-Rechner und den Leitfaden ETF-Auszahlung und Steuern.
Auch laufende Kosten fehlen. Senkt eine TER die erwartete Marktrendite von 7 % auf 6,8 %, steigt im Standardbeispiel die nötige Sparrate. Weitere Unterschiede durch Tracking Difference, Spreads und Orderkosten können hinzukommen. Im ETF-Sparplanrechner kannst du die Kostenwirkung separat prüfen.
Inflation macht aus einer Million ein bewegliches Ziel
Eine Million in 30 Jahren kauft weniger als eine Million heute. Bei 2 % Inflation entspricht sie dann einer heutigen Kaufkraft von rund 552.000 €. Bei 3 % bleiben rund 412.000 €.
Wenn dein Ziel aus einer konkreten Ausgabe entsteht, rechne diese Ausgabe nach vorn. Eine heutige Kaufkraft von einer Million entspricht bei 2 % Inflation in 30 Jahren einem nominalen Ziel von rund 1,81 Millionen Euro. Genau diesen Wert kannst du oben als Zielbetrag eintragen.
Eine andere Möglichkeit ist, mit einer realen Rendite zu rechnen. Ziehst du vereinfacht 2 % Inflation von 7 % Rendite ab, bleiben ungefähr 5 %. Dann bleibt der Zielbetrag in heutiger Kaufkraft verständlicher. Mathematisch exakt wäre die reale Rendite etwas niedriger als die einfache Differenz. Für eine Planung ist wichtiger, dass du Inflation nicht gleichzeitig im Zielbetrag und in der Rendite abziehst. Sonst zählst du sie doppelt.
Was 100 Euro im Monat wirklich leisten
Die Frage nach der Million kann kleinere Ziele unnötig klein wirken lassen. 100 € im Monat werden bei 7 % über 40 Jahre zu rund 247.154 €. Eingezahlt hast du 48.000 €. Der Rest stammt im Modell aus der Rendite. Das ist keine Million, aber auch kein bedeutungsloser Betrag.
Setz deshalb zuerst ein Ziel, das zu deinem Leben gehört. Das kann eine Depotgröße für den Ruhestand, eine Eigenkapitalsumme oder ein Sicherheitspolster sein. Der Rechner funktioniert mit 100.000 € genauso wie mit einer Million. Danach kannst du die Million als zweite Marke danebenstellen.
So benutzt du die Zahl im Alltag
Beginne mit dem Betrag, der heute schon wirklich angelegt ist. Geld auf dem Girokonto, das du für laufende Ausgaben brauchst, ist kein Startkapital. Setz anschließend ein Zieljahr und rechne drei Renditen.
Runde die ermittelte Sparrate nach oben. Eine Rate von 692,37 € lässt sich als 700 € leichter automatisieren. Der kleine Puffer fängt Kosten und einzelne ausgelassene Monate nicht vollständig auf, macht die Planung aber weniger knapp.
Prüfe den Stand einmal im Jahr. Liegt dein Depot über dem mittleren Pfad, musst du die Rate nicht sofort senken. Liegt es darunter, kannst du Zeit, Sparrate oder Zielbetrag anpassen. Eine höhere Rendite lässt sich nicht bestellen.
Wenn du schon eine feste Sparrate hast und stattdessen das Zieldatum wissen willst, wechsle zum Rechner „Wann bin ich Millionär?“. Beide Seiten verwenden dieselbe Monatslogik. Der eine löst nach der Zeit auf, dieser hier nach der Sparrate.