ARTUR NEUMANN

ETF-Sparplanrechner: was die Kosten wirklich ausmachen

Endkapital nach Kosten 215.961,84 €
Endkapital ohne Kosten 222.897,63 €
Kostenwirkung der TER 6.935,80 €
Eingezahlt 80.000,00 €

Die TER wird von der Bruttorendite abgezogen, hier also 7,00 % minus 0,20 % gleich 6,80 % pro Jahr. Ordergebühren des Brokers, Spreads und Steuern sind nicht enthalten. Auf Kapitalerträge fallen 26,375 % Abgeltungsteuer samt Solidaritätszuschlag an. Bei Aktienfonds bleiben 30 % der Erträge über die Teilfreistellung steuerfrei.

Verlauf über 25 Jahre. Die Fläche zeigt das Gesamtkapital.

Alle Werte sind Modellrechnungen ohne Gewähr. Rundungsdifferenzen sind möglich.

Beispiel: 5.000 € Startkapital, 250 € im Monat, 7 % Rendite, 0,20 % TER

Laufzeit Endkapital nach KostenEndkapital ohne KostenKostenwirkung der TEREingezahlt
10 Jahre 51.977,80 €52.598,69 €620,89 €35.000,00 €
20 Jahre 142.677,36 €146.232,52 €3.555,16 €65.000,00 €
30 Jahre 317.790,08 €330.424,43 €12.634,34 €95.000,00 €

Was dieser Rechner macht

Der Rechner zeigt dir, was aus deinem Startkapital und deiner monatlichen Sparrate in einem ETF wird. Er rechnet dabei zweimal, einmal mit den laufenden Fondskosten und einmal ohne. Die Differenz zwischen beiden Endwerten steht als eigene Zeile im Ergebnis, in Euro statt in Prozent.

So rechne ich das aus

Ich rechne mit den Werten, die im Rechner voreingestellt sind: 5.000 € Startkapital, 250 € Sparrate im Monat, 7 % erwartete Rendite pro Jahr, 25 Jahre Laufzeit und eine TER von 0,20 %.

Schritt 1: Die TER von der Rendite abziehen. TER steht für Total Expense Ratio, also die laufenden Kosten des Fonds pro Jahr. Die Fondsgesellschaft entnimmt sie dem Fondsvermögen. In deinem Depot erscheint dafür keine Buchung, der Anteilspreis ist einfach etwas niedriger. Aus 7 % Bruttorendite und 0,20 % TER werden deshalb 6,80 % Nettorendite.

Schritt 2: Die Jahresrendite auf einen Monatssatz umrechnen. 6,80 % im Jahr sind nicht 0,5667 % im Monat. Zwölf Monate mit je 0,5667 % ergeben durch den Zinseszins 7,02 % im Jahr, also mehr als eingegeben. Ich rechne deshalb geometrisch um. Aus 6,80 % pro Jahr werden 0,5497 % pro Monat, und zwölf solche Monate ergeben wieder exakt 6,80 %.

Schritt 3: Kapital verzinsen, danach die Sparrate addieren. Im ersten Monat wachsen die 5.000 € um 0,5497 %. Das sind 27,49 €. Am Monatsende kommen 250 € dazu. Du stehst bei 5.277,49 €.

Schritt 4: 300 Mal wiederholen. Im zweiten Monat wird der neue Stand verzinst, nicht mehr das ursprüngliche Startkapital. Genau das ist der Zinseszins. Nach 25 Jahren, also 300 Monaten, stehst du bei rund 215.960 €. Eingezahlt hast du davon 80.000 €, nämlich 5.000 € zum Start plus 300 mal 250 €.

Schritt 5: Dieselbe Rechnung noch einmal ohne Kosten. Parallel läuft der gleiche Ablauf mit den vollen 7 %. Dabei kommen rund 222.900 € heraus. Die Differenz von rund 6.940 € ist das, was dich die TER von 0,20 % über 25 Jahre gekostet hat.

Was 0,60 Prozentpunkte über 25 Jahre ausmachen

Ein breit gestreuter Welt-ETF liegt heute oft bei 0,20 % TER. Für einen aktiv verwalteten Fonds derselben Kategorie sind 0,80 % keine Seltenheit. Setz beide Werte nacheinander ein und lass alles andere gleich.

Bei 0,20 % TER stehen nach 25 Jahren rund 215.960 € im Depot. Bei 0,80 % sind es rund 196.560 €. Der Abstand beträgt rund 19.400 €. Das ist fast ein Viertel dessen, was du in diesen 25 Jahren überhaupt eingezahlt hast.

Über 30 Jahre wird der Abstand deutlich größer. Aus rund 317.790 € bei 0,20 % werden rund 282.990 € bei 0,80 %. Der Unterschied liegt dann bei rund 34.800 €. Fünf Jahre mehr Laufzeit erhöhen den Kostenunterschied damit um rund 79 %, obwohl der Prozentsatz derselbe geblieben ist.

Warum die Kostenwirkung größer ist als die Gebühr

Die TER wird nicht auf deine Sparrate berechnet, sondern jedes Jahr auf dein gesamtes Fondsvermögen. Am Anfang ist dieses Vermögen klein, am Ende ist es groß. Der größte Teil der Kosten fällt deshalb in den letzten Jahren an, genau dann, wenn dein Depot am meisten wert ist.

Dazu kommt ein zweiter Effekt. Jeder Euro, den die Fondsgesellschaft entnimmt, fehlt danach dauerhaft im Depot. Er verdient keine Rendite mehr, und auf diese fehlende Rendite fehlt später wieder der Zinseszins. Bei 0,80 % TER summiert sich die Kostenwirkung über 30 Jahre auf rund 47.440 €. Eingezahlt hast du in dieser Zeit 95.000 €. Die Kosten fressen also rund die Hälfte dessen, was du selbst überwiesen hast. Gemessen am Endkapital ohne Kosten sind es gut 14 %.

Bei 0,20 % TER bleibt die Kostenwirkung über dieselben 30 Jahre bei rund 12.630 €, also knapp 4 % des Endkapitals ohne Kosten. Denselben Zinseszinsmechanismus ohne Kostenzeile findest du im Zinseszinsrechner.

Was dabei oft übersehen wird

Die TER ist nicht der ganze Kostenblock. Sie enthält die Verwaltungsvergütung des Fonds, aber weder die Transaktionskosten innerhalb des Fonds noch die Ordergebühren deines Brokers noch den Spread beim Kauf, also den Abstand zwischen Kaufkurs und Verkaufskurs an der Börse. Wie weit ein ETF am Ende wirklich hinter seinem Index zurückbleibt, zeigt die Tracking Difference. Sie kann kleiner ausfallen als die TER, etwa wenn der Fonds Erträge aus der Wertpapierleihe erzielt oder Quellensteuern zurückholt.

Steuern fehlen in dieser Rechnung. Auf Kapitalerträge fallen 25 % Abgeltungsteuer an, geregelt in § 32d EStG. Dazu kommen 5,5 % Solidaritätszuschlag auf diesen Steuerbetrag nach § 4 SolzG 1995, zusammen also 26,375 %. Bei Aktienfonds bleiben 30 % der Erträge über die Teilfreistellung steuerfrei, siehe § 20 InvStG. Steuerfrei bleiben außerdem 1.000 € Kapitalerträge pro Jahr über den Sparerpauschbetrag, bei zusammen veranlagten Ehepaaren 2.000 € nach § 20 Abs. 9 EStG. Was davon am Ende übrig bleibt, rechnest du im Abgeltungssteuer-Rechner nach.

Die Vorabpauschale fällt auch ohne Verkauf an. Thesaurierende ETFs schütten nichts aus, sie legen die Erträge automatisch wieder an. Trotzdem versteuerst du bei ihnen jedes Jahr einen pauschalen Mindestertrag. Grundlage ist der Basisertrag, also der Rücknahmepreis zu Jahresbeginn multipliziert mit 70 % des Basiszinses, geregelt in § 18 InvStG. Für 2026 hat das Bundesfinanzministerium den Basiszins mit 3,20 % bekannt gegeben, ermittelt von der Deutschen Bundesbank zum 2. Januar 2026. 70 % davon sind 2,24 %. Bei einem Fondswert von 10.000 € zu Jahresbeginn ergibt das einen Basisertrag von 224 €. Wie sich das über die Jahre summiert, zeigt der Vorabpauschale-Rechner.

Die Rendite ist eine Annahme, die TER ist eine Tatsache. Ob dein ETF im Schnitt 4 % oder 8 % pro Jahr bringt, weiß vorher niemand. Im Beispiel oben liegt das Endkapital bei 4 % bei rund 136.430 € und bei 8 % bei rund 253.220 €. Diese Spanne ist viel größer als jeder Kostenunterschied. Die TER dagegen steht im Basisinformationsblatt und gilt ab dem ersten Tag.

Kaufkraft ist etwas anderes als Kontostand. Der Rechner liefert nominale Beträge. Wenn du in heutiger Kaufkraft denken willst, zieh die erwartete Inflation von der Renditeannahme ab und rechne mit der Differenz.

Wie du den Rechner sinnvoll benutzt

Rechne nicht eine Variante, sondern drei. Mit 5.000 € Start, 250 € im Monat, 0,20 % TER und 25 Jahren stehen bei 4 % rund 136.430 €, bei 6 % rund 184.710 € und bei 8 % rund 253.220 €. Diese Spanne zeigt dir, wie stark das Ergebnis von einer Annahme abhängt, die niemand kennt.

Dreh danach an den beiden Stellschrauben, die dir wirklich gehören. Bei 0,80 % TER und 250 € im Monat kommen nach 25 Jahren rund 196.560 € heraus. Erhöhst du die Sparrate auf 300 €, sind es rund 231.370 €, also rund 34.810 € mehr. Der Wechsel auf einen ETF mit 0,20 % TER bringt bei gleicher Sparrate rund 19.400 €. Beides wirkt, die Sparrate wiegt in diesem Beispiel aber schwerer.

Beides zusammen wirkt am stärksten, und beides liegt in deiner Hand. Die Rendite dagegen liefert der Markt. Wenn du wissen willst, wie lange dein Kapital später reicht, rechne im Entnahmeplan-Rechner weiter.

Häufige Fragen

Was bringt ein ETF-Sparplan von 100 Euro im Monat?
Ohne Startkapital, mit 100 € im Monat, 7 % erwarteter Rendite und 0,20 % TER kommst du nach 10 Jahren auf rund 16.930 €, nach 20 Jahren auf rund 49.620 € und nach 30 Jahren auf rund 112.720 €. Eingezahlt hast du in diesen drei Fällen 12.000 €, 24.000 € und 36.000 €. Die Zahlen sind Modellrechnungen und keine Zusage.
Was bedeutet die TER und wie beeinflusst sie die Rendite?
TER steht für Total Expense Ratio, also die laufenden Kosten eines Fonds pro Jahr. Sie wird dem Fondsvermögen entnommen und mindert den Anteilspreis. In deinem Depot siehst du keine Buchung. Der Rechner zieht die TER deshalb direkt von der erwarteten Bruttorendite ab. Aus 7 % und 0,20 % TER werden 6,80 % Nettorendite.
Welche Rendite kann ich für meinen ETF-Sparplan realistisch ansetzen?
Setz einen Wert ein, den du langfristig für plausibel hältst, und rechne zusätzlich eine vorsichtige Variante. Breit gestreute Aktienindizes haben historisch im langjährigen Durchschnitt zwischen 6 % und 8 % pro Jahr gebracht, mit einzelnen Jahren weit darüber und weit darunter. Für die Zukunft gilt das nicht automatisch.
Was ist der Unterschied zwischen TER und Tracking Difference?
Die TER ist die veröffentlichte Kostenquote des Fonds. Die Tracking Difference misst, wie weit die tatsächliche Wertentwicklung des ETF hinter seinem Index zurückbleibt. Sie kann kleiner sein als die TER, wenn der Fonds über Wertpapierleihe oder Quellensteuererstattungen zusätzliche Erträge erzielt. Für den Rechner nimmst du die TER als Näherung, weil sie vorab bekannt ist.
Sind Steuern im ETF-Sparplanrechner enthalten?
Nein. Der Rechner zeigt die Entwicklung vor Steuern. Auf Kapitalerträge fallen in Deutschland 25 % Abgeltungsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf an, zusammen 26,375 %. Bei Aktienfonds bleiben 30 % der Erträge über die Teilfreistellung steuerfrei, und pro Jahr sind 1.000 € Kapitalerträge über den Sparerpauschbetrag frei, bei zusammen veranlagten Ehepaaren 2.000 €.
Was bedeutet die Vorabpauschale für ETF-Sparer?
Bei thesaurierenden ETFs versteuerst du jedes Jahr einen pauschalen Mindestertrag, auch wenn du nichts verkaufst. Grundlage ist der Basisertrag, also der Rücknahmepreis zu Jahresbeginn multipliziert mit 70 % des Basiszinses. Für 2026 beträgt der Basiszins 3,20 %, davon 70 % sind 2,24 %. Bei 10.000 € Fondswert zu Jahresbeginn ergibt das einen Basisertrag von 224 €. Mehr als die tatsächliche Wertsteigerung des Jahres kann die Vorabpauschale nicht betragen.
Wie viel Endkapital ergibt ein ETF-Sparplan mit 200 Euro monatlich?
Ohne Startkapital, mit 7 % erwarteter Rendite und 0,20 % TER stehen nach 20 Jahren rund 99.230 € und nach 30 Jahren rund 225.440 €. Eingezahlt hast du dabei 48.000 € beziehungsweise 72.000 €. Der Rest stammt aus dem Zinseszins.
Lohnt sich der Wechsel in einen günstigeren ETF?
Rechne beide TER-Werte nacheinander im Rechner durch und vergleiche die Zeile Endkapital nach Kosten. Bei 5.000 € Start, 250 € im Monat, 7 % Rendite und 25 Jahren liegen 0,20 % und 0,80 % TER rund 19.400 € auseinander. Beim Wechsel eines bestehenden Depots kommt allerdings die Steuer auf den bisherigen Gewinn dazu, die du sonst erst viel später zahlen würdest.

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Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung dar. Investitionen in Aktien, Kryptowährungen, Optionen und andere Finanzinstrumente sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts von Kapital. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Die Ergebnisse dieses Rechners sind Modellrechnungen auf Basis deiner Eingaben und keine Zusage einer Wertentwicklung. Ob eine Anlage oder Gestaltung in deiner Situation sinnvoll ist, kann nur ein Steuerberater oder eine unabhängige Beratung beurteilen.

Stand: 2026-07-29