ETF-Sparplanrechner: was die Kosten wirklich ausmachen

Zuletzt geprüft am 9. August 2026

Endkapital nach Kosten 215.961,84 €
Eingezahlt
80.000,00 €
Dazugekommen
135.961,84 €
Endkapital ohne Kosten
222.897,63 €
Kostenwirkung der TER
6.935,80 €

Die TER wird von der Bruttorendite abgezogen, hier also 7,00 % minus 0,20 % gleich 6,80 % pro Jahr. Ordergebühren des Brokers, Spreads und Steuern sind nicht enthalten. Auf Kapitalerträge fallen 26,375 % Abgeltungsteuer samt Solidaritätszuschlag an. Bei Aktienfonds bleiben 30 % der Erträge über die Teilfreistellung steuerfrei.

050 Tsd.100 Tsd.150 Tsd.200 Tsd. Start12. Jahr25. Jahr 215.962 €
Die graue Fläche ist dein eingezahltes Geld. Die farbige Fläche darüber ist der Zuwachs.

Alle Werte sind Modellrechnungen ohne Gewähr. Rundungsdifferenzen sind möglich.

Beispiel: 10.000 € Start, 250 € im Monat, 7 % Rendite, 0,2 % TER

Laufzeit Endkapital nach KostenEndkapital ohne KostenKostenwirkung der TEREingezahlt
10 Jahre 61.631,25 €62.434,45 €803,20 €40.000,00 €
20 Jahre 161.315,17 €165.580,94 €4.265,76 €70.000,00 €
30 Jahre 353.773,93 €368.485,70 €14.711,77 €100.000,00 €
40 Jahre 725.352,10 €767.630,08 €42.277,98 €130.000,00 €

Was dieser Rechner macht

Der Rechner zeigt dir, was aus deinem Startkapital und deiner monatlichen Sparrate in einem ETF wird. Er rechnet dabei zweimal, einmal mit den laufenden Fondskosten und einmal ohne. Die Differenz zwischen beiden Endwerten steht als eigene Zeile im Ergebnis, in Euro statt in Prozent.

So rechne ich das aus

Ich rechne mit den Werten, die im Rechner voreingestellt sind: 5.000 € Startkapital, 250 € Sparrate im Monat, 7 % erwartete Rendite pro Jahr, 25 Jahre Laufzeit und eine TER von 0,20 %.

Schritt 1: Die TER von der Rendite abziehen. TER steht für Total Expense Ratio, also die laufenden Kosten des Fonds pro Jahr. Die Fondsgesellschaft entnimmt sie dem Fondsvermögen. In deinem Depot erscheint dafür keine Buchung, der Anteilspreis ist einfach etwas niedriger. Aus 7 % Bruttorendite und 0,20 % TER werden deshalb 6,80 % Nettorendite.

Schritt 2: Die Jahresrendite auf einen Monatssatz umrechnen. 6,80 % im Jahr sind nicht 0,5667 % im Monat. Zwölf Monate mit je 0,5667 % ergeben durch den Zinseszins 7,02 % im Jahr, also mehr als eingegeben. Ich rechne deshalb geometrisch um. Aus 6,80 % pro Jahr werden 0,5497 % pro Monat, und zwölf solche Monate ergeben wieder exakt 6,80 %.

Schritt 3: Kapital verzinsen, danach die Sparrate addieren. Im ersten Monat wachsen die 5.000 € um 0,5497 %. Das sind 27,49 €. Am Monatsende kommen 250 € dazu. Du stehst bei 5.277,49 €.

Schritt 4: 300 Mal wiederholen. Im zweiten Monat wird der neue Stand verzinst, nicht mehr das ursprüngliche Startkapital. Genau das ist der Zinseszins. Nach 25 Jahren, also 300 Monaten, stehst du bei rund 215.960 €. Eingezahlt hast du davon 80.000 €, nämlich 5.000 € zum Start plus 300 mal 250 €.

Schritt 5: Dieselbe Rechnung noch einmal ohne Kosten. Parallel läuft der gleiche Ablauf mit den vollen 7 %. Dabei kommen rund 222.900 € heraus. Die Differenz von rund 6.940 € ist das, was dich die TER von 0,20 % über 25 Jahre gekostet hat.

Was 0,60 Prozentpunkte über 25 Jahre ausmachen

Ein breit gestreuter Welt-ETF liegt heute oft bei 0,20 % TER. Für einen aktiv verwalteten Fonds derselben Kategorie sind 0,80 % keine Seltenheit. Setz beide Werte nacheinander ein und lass alles andere gleich.

Bei 0,20 % TER stehen nach 25 Jahren rund 215.960 € im Depot. Bei 0,80 % sind es rund 196.560 €. Der Abstand beträgt rund 19.400 €. Das ist fast ein Viertel dessen, was du in diesen 25 Jahren überhaupt eingezahlt hast.

Über 30 Jahre wird der Abstand deutlich größer. Aus rund 317.790 € bei 0,20 % werden rund 282.990 € bei 0,80 %. Der Unterschied liegt dann bei rund 34.800 €. Fünf Jahre mehr Laufzeit erhöhen den Kostenunterschied damit um rund 79 %, obwohl der Prozentsatz derselbe geblieben ist.

Warum die Kostenwirkung größer ist als die Gebühr

Die TER wird nicht auf deine Sparrate berechnet, sondern jedes Jahr auf dein gesamtes Fondsvermögen. Am Anfang ist dieses Vermögen klein, am Ende ist es groß. Der größte Teil der Kosten fällt deshalb in den letzten Jahren an, genau dann, wenn dein Depot am meisten wert ist.

Dazu kommt ein zweiter Effekt. Jeder Euro, den die Fondsgesellschaft entnimmt, fehlt danach dauerhaft im Depot. Er verdient keine Rendite mehr, und auf diese fehlende Rendite fehlt später wieder der Zinseszins. Bei 0,80 % TER summiert sich die Kostenwirkung über 30 Jahre auf rund 47.440 €. Eingezahlt hast du in dieser Zeit 95.000 €. Die Kosten fressen also rund die Hälfte dessen, was du selbst überwiesen hast. Gemessen am Endkapital ohne Kosten sind es gut 14 %.

Bei 0,20 % TER bleibt die Kostenwirkung über dieselben 30 Jahre bei rund 12.630 €, also knapp 4 % des Endkapitals ohne Kosten. Denselben Zinseszinsmechanismus ohne Kostenzeile findest du im Zinseszinsrechner.

Was dabei oft übersehen wird

Die TER ist nicht der ganze Kostenblock. Sie enthält die Verwaltungsvergütung des Fonds, aber weder die Transaktionskosten innerhalb des Fonds noch die Ordergebühren deines Brokers noch den Spread beim Kauf, also den Abstand zwischen Kaufkurs und Verkaufskurs an der Börse. Wie weit ein ETF am Ende wirklich hinter seinem Index zurückbleibt, zeigt die Tracking Difference. Sie kann kleiner ausfallen als die TER, etwa wenn der Fonds Erträge aus der Wertpapierleihe erzielt oder Quellensteuern zurückholt.

Steuern fehlen in dieser Rechnung. Auf Kapitalerträge fallen 25 % Abgeltungsteuer an, geregelt in § 32d EStG. Dazu kommen 5,5 % Solidaritätszuschlag auf diesen Steuerbetrag nach § 4 SolzG 1995, zusammen also 26,375 %. Bei Aktienfonds bleiben 30 % der Erträge über die Teilfreistellung steuerfrei, siehe § 20 InvStG. Steuerfrei bleiben außerdem 1.000 € Kapitalerträge pro Jahr über den Sparerpauschbetrag, bei zusammen veranlagten Ehepaaren 2.000 € nach § 20 Abs. 9 EStG. Was davon am Ende übrig bleibt, rechnest du im Abgeltungssteuer-Rechner nach. Die Reihenfolge aus FIFO, Vorabpauschalen, Teilfreistellung und Pauschbetrag steht im Leitfaden ETF-Auszahlung und Steuern.

Die Vorabpauschale fällt auch ohne Verkauf an. Thesaurierende ETFs schütten nichts aus, sie legen die Erträge automatisch wieder an. Trotzdem versteuerst du bei ihnen jedes Jahr einen pauschalen Mindestertrag. Grundlage ist der Basisertrag, also der Rücknahmepreis zu Jahresbeginn multipliziert mit 70 % des Basiszinses, geregelt in § 18 InvStG. Für 2026 hat das Bundesfinanzministerium den Basiszins mit 3,20 % bekannt gegeben, ermittelt von der Deutschen Bundesbank zum 2. Januar 2026. 70 % davon sind 2,24 %. Bei einem Fondswert von 10.000 € zu Jahresbeginn ergibt das einen Basisertrag von 224 €. Wie sich das über die Jahre summiert, zeigt der Vorabpauschale-Rechner.

Die Rendite ist eine Annahme, die TER ist eine Tatsache. Ob dein ETF im Schnitt 4 % oder 8 % pro Jahr bringt, weiß vorher niemand. Im Beispiel oben liegt das Endkapital bei 4 % bei rund 136.430 € und bei 8 % bei rund 253.220 €. Diese Spanne ist viel größer als jeder Kostenunterschied. Die TER dagegen steht im Basisinformationsblatt und gilt ab dem ersten Tag.

Kaufkraft ist etwas anderes als Kontostand. Der Rechner liefert nominale Beträge. Wenn du in heutiger Kaufkraft denken willst, zieh die erwartete Inflation von der Renditeannahme ab und rechne mit der Differenz.

Wie du den Rechner sinnvoll benutzt

Rechne nicht eine Variante, sondern drei. Mit 5.000 € Start, 250 € im Monat, 0,20 % TER und 25 Jahren stehen bei 4 % rund 136.430 €, bei 6 % rund 184.710 € und bei 8 % rund 253.220 €. Diese Spanne zeigt dir, wie stark das Ergebnis von einer Annahme abhängt, die niemand kennt.

Dreh danach an den beiden Stellschrauben, die dir wirklich gehören. Bei 0,80 % TER und 250 € im Monat kommen nach 25 Jahren rund 196.560 € heraus. Erhöhst du die Sparrate auf 300 €, sind es rund 231.370 €, also rund 34.810 € mehr. Der Wechsel auf einen ETF mit 0,20 % TER bringt bei gleicher Sparrate rund 19.400 €. Beides wirkt, die Sparrate wiegt in diesem Beispiel aber schwerer.

Beides zusammen wirkt am stärksten, und beides liegt in deiner Hand. Die Rendite dagegen liefert der Markt. Wenn du wissen willst, wie lange dein Kapital später reicht, rechne im Entnahmeplan-Rechner weiter.

Häufige Fragen

Ich bin 52 und habe noch 15 Jahre bis zur Rente. Lohnt sich ein ETF-Sparplan dann noch?
Stell die Laufzeit auf 15 Jahre und rechne deine eigene Rate durch. TER steht für die laufenden Fondskosten pro Jahr, ich setze hier 0,20 % an. Mit 500 € im Monat, ohne Startkapital und 7 % erwarteter Rendite stehen am Ende rund 153.040 €, davon 90.000 € aus eigener Tasche. Über eine kurze Laufzeit trägt deine Sparrate den größeren Teil des Ergebnisses, der Zinseszins den kleineren.
Wie viel muss ich monatlich sparen, wenn ich in 20 Jahren 100.000 € haben will?
Der Rechner rechnet vorwärts, du näherst dich dem Ziel also über die Sparrate an. Bei 7 % erwarteter Rendite und 0,20 % TER brauchst du für 20 Jahre rund 202 € im Monat. Für 15 Jahre sind es rund 327 €, für 10 Jahre rund 591 €. Fünf Jahre weniger Zeit erhöhen die nötige Rate damit um rund 62 %.
Mein Broker zieht 1,5 % von jeder Sparrate als Gebühr ab. Wie rechne ich das ein?
Trag als Sparrate den Betrag ein, der wirklich im ETF landet. Von 250 € bleiben bei 1,5 % nur 246,25 €. Über 20 Jahre stehen damit rund 122.180 € statt rund 124.040 €, also rund 1.860 € weniger. An Gebühren gezahlt hast du davon 900 €, der Rest ist die Rendite, die auf diese 900 € gefehlt hat.
Wie viel Endkapital ergibt ein ETF-Sparplan mit 200 Euro monatlich?
Ohne Startkapital, mit 7 % erwarteter Rendite und 0,20 % TER sind es rund 33.860 € nach 10 Jahren, rund 99.230 € nach 20 Jahren und rund 225.440 € nach 30 Jahren. Eingezahlt hast du in diesen drei Fällen 24.000 €, 48.000 € und 72.000 €. Zwischen Jahr 20 und Jahr 30 wird aus dem Kapital mehr als das Doppelte, obwohl du in diesen zehn Jahren nur 24.000 € zusätzlich überweist.
Wie viel bleibt vom Endkapital nach Steuern übrig?
Der Rechner zeigt die Entwicklung vor Steuern. Aus 5.000 € Start, 250 € im Monat und 25 Jahren werden rund 215.960 €, davon sind rund 135.960 € Gewinn. Bei einem Aktien-ETF bleiben 30 % des Gewinns über die Teilfreistellung steuerfrei, auf die restlichen rund 95.170 € fallen 26,375 % Abgeltungsteuer samt Solidaritätszuschlag an, also rund 25.100 €. Es bleiben rund 190.860 €, und der Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Jahr sowie die bereits gezahlte Vorabpauschale senken den Betrag noch weiter.
Lohnt sich eine Einmalanlage zusätzlich zum monatlichen Sparplan?
Trag den Betrag als Startkapital ein und vergleiche die Zeile Endkapital nach Kosten. Aus 10.000 € zusätzlich werden bei 7 % Rendite und 0,20 % TER über 25 Jahre rund 51.790 €, das Endkapital steigt im Standardfall von rund 215.960 € auf rund 267.760 €. Verteilst du dieselben 10.000 € auf zwölf zusätzliche Monatsraten, liegt das Ergebnis im Modell rund 1.800 € niedriger. Das Modell unterstellt einen gleichmäßig steigenden Kurs, in der Wirklichkeit hängt der Unterschied am Einstiegszeitpunkt.
Wie lange dauert es mit einem ETF-Sparplan bis zur ersten Million?
Mit 500 € im Monat, ohne Startkapital, 7 % erwarteter Rendite und 0,20 % TER stehst du nach 37 Jahren bei rund 946.460 € und nach 38 Jahren bei rund 1.017.000 €. Eingezahlt hast du in diesen 38 Jahren 228.000 €. Mit 1.000 € im Monat ist die Million nach 29 Jahren erreicht. Alle Beträge stehen vor Steuern und vor Inflation.
Der Rechner zeigt mir 215.960 € nach 25 Jahren. Was ist dieser Betrag in heutigem Geld wert?
Deutlich weniger, denn der Rechner liefert nominale Euro. Bei 2 % Inflation trägst du 5 % statt 7 % erwarteter Rendite ein, dann stehen dort rund 158.480 € statt rund 215.960 €. Über 25 Jahre kostet dich die Inflation in dieser Rechnung also rund 57.480 € an Kaufkraft. Der Wert gilt, solange du deine Sparrate jedes Jahr ebenfalls um die Inflation anhebst.

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Modellrechnung auf Basis deiner Eingaben, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung und keine Zusage einer Wertentwicklung. Ob etwas in deiner Situation passt, klärst du mit einem Steuerberater. Ausführlicher Hinweis.