ARTUR NEUMANN

Zinseszinsrechner: So wächst dein Geld über die Jahre

Endkapital 145.431,01 €
Davon eingezahlt 70.000,00 €
Davon Zinsen 75.431,01 €

Die Rechnung berücksichtigt keine Steuern und keine Kosten. Auf Kapitalerträge fallen in Deutschland 26,375 % Abgeltungsteuer an, bei ETFs zusätzlich die jährliche Vorabpauschale.

Verlauf über 20 Jahre. Die Fläche zeigt das Gesamtkapital.

Alle Werte sind Modellrechnungen ohne Gewähr. Rundungsdifferenzen sind möglich.

Beispiel: 10.000 € Startkapital, 250 € im Monat, 6 % Rendite

Laufzeit EndkapitalDavon eingezahltDavon Zinsen
10 Jahre 58.526,84 €40.000,00 €18.526,84 €
20 Jahre 145.431,01 €70.000,00 €75.431,01 €
30 Jahre 301.063,15 €100.000,00 €201.063,15 €

Was dieser Rechner macht

Der Rechner zeigt dir, was aus deinem Startkapital und deiner monatlichen Sparrate über die Jahre wird. Du siehst nicht nur das Endkapital, sondern auch, wie viel davon du selbst eingezahlt hast und wie viel die Zinsen beigetragen haben. Genau diese Aufteilung ist der interessante Teil.

So rechne ich das aus

Der Rechenweg besteht aus einem Schritt, der sich jeden Monat wiederholt.

Schritt 1: Jahreszins auf Monatszins umrechnen. Wenn du 6 % pro Jahr erwartest, sind das nicht einfach 0,5 % pro Monat. Zwölf Monate mit je 0,5 % ergeben durch den Zinseszins 6,17 % im Jahr. Ich rechne deshalb geometrisch um. Aus 6 % pro Jahr werden 0,4868 % pro Monat. Zwölf solche Monate ergeben exakt 6 %.

Schritt 2: Vorhandenes Kapital verzinsen. Im ersten Monat sind das 10.000 €, die um 0,4868 % wachsen. Das sind 48,68 € Zinsen. Dein Kapital steht bei 10.048,68 €.

Schritt 3: Sparrate addieren. Am Monatsende kommen 250 € dazu. Du stehst bei 10.298,68 €.

Schritt 4: Wiederholen. Im zweiten Monat werden die 10.298,68 € verzinst, nicht mehr die ursprünglichen 10.000 €. Das ist der Zinseszins. Danach kommen wieder 250 € dazu.

Nach 20 Jahren, also 240 Wiederholungen, stehst du bei rund 148.700 €. Eingezahlt hast du davon 70.000 €, nämlich 10.000 € Startkapital plus 240 mal 250 €. Die restlichen rund 78.700 € sind Zinsen.

Das ist der Punkt, an dem die Rechnung interessant wird: Nach 20 Jahren hast du mehr Geld aus Zinsen als aus eigenen Einzahlungen. Nach 30 Jahren ist der Abstand noch deutlicher.

Was dabei oft übersehen wird

Die Steuer fehlt in jeder Bruttorechnung. Auf Kursgewinne und Ausschüttungen fallen 25 % Abgeltungsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf an, zusammen 26,375 %. Steuerfrei bleiben 1.000 € Kapitalerträge pro Jahr über den Sparerpauschbetrag, bei Ehepaaren 2.000 €. Wer mit ETFs spart, zahlt außerdem jedes Jahr die Vorabpauschale, auch ohne einen einzigen Anteil zu verkaufen.

Kosten wirken wie negative Rendite. Eine Verwaltungsgebühr von 0,5 % pro Jahr klingt harmlos. Über 30 Jahre kostet sie bei diesem Beispiel rund 30.000 €. Wie stark sich Kosten auswirken, siehst du im ETF-Sparplanrechner.

Die Durchschnittsrendite verschweigt die Reihenfolge. Der Rechner unterstellt jedes Jahr denselben Zins. Die Realität schwankt. Für die Ansparphase ist das weniger dramatisch, weil du in schlechten Jahren günstiger nachkaufst. In der Entnahmephase dreht sich das um, dort können frühe Verlustjahre das Kapital dauerhaft schmälern.

Inflation frisst einen Teil. 148.700 € in 20 Jahren fühlen sich heute nach viel an. Bei 2 % Inflation entsprechen sie einer heutigen Kaufkraft von rund 100.000 €. Wenn du in heutiger Kaufkraft rechnen willst, zieh die erwartete Inflation von der Rendite ab und rechne mit der Differenz.

Wie du den Rechner sinnvoll benutzt

Rechne nicht eine Variante, sondern drei. Eine optimistische mit 8 %, eine mittlere mit 6 % und eine vorsichtige mit 4 %. Die Spanne zwischen den Ergebnissen zeigt dir, wie sehr das Endergebnis von einer Annahme abhängt, die niemand kennt.

Danach dreh an der Sparrate statt an der Rendite. Die Rendite kannst du nicht steuern, deine Sparrate schon. Bei diesem Beispiel bringen 50 € mehr im Monat über 20 Jahre rund 23.000 € zusätzlich. Das ist mehr, als ein Prozentpunkt Renditeunterschied ausmacht, und es liegt in deiner Hand.

Häufige Fragen

Wie berechnet man den Zinseszins bei monatlicher Einzahlung?
Der Jahreszins wird auf einen Monatszins umgerechnet. Jeden Monat wird zuerst das vorhandene Kapital verzinst, danach kommt die Sparrate dazu. Dieser Schritt wiederholt sich für jeden Monat der Laufzeit. Genau so rechnet dieser Rechner.
Was ist der Unterschied zwischen Zins und Zinseszins?
Zins ist der Ertrag auf dein eingezahltes Geld. Zinseszins ist der Ertrag auf bereits gutgeschriebene Zinsen. Je länger die Laufzeit, desto größer wird dieser zweite Teil. Nach 30 Jahren stammt bei 6 % Rendite der größere Teil des Endkapitals aus Zinsen, nicht aus Einzahlungen.
Welche Rendite soll ich im Rechner einsetzen?
Setze einen Wert ein, den du langfristig für realistisch hältst, und rechne zusätzlich eine pessimistische Variante. Ein breit gestreuter Aktienindex hat historisch im Durchschnitt zwischen 6 % und 8 % pro Jahr gebracht, mit einzelnen Jahren deutlich darüber und darunter. Eine Zusage für die Zukunft ist das nicht.
Sind Steuern im Zinseszinsrechner berücksichtigt?
Nein. Der Rechner zeigt die Bruttoentwicklung. Auf Kapitalerträge fallen in Deutschland 26,375 % Abgeltungsteuer an, bei Kirchensteuerpflicht etwas mehr. Bei ETFs kommt die jährliche Vorabpauschale dazu, die auch ohne Verkauf anfällt.
Was bedeutet nachschüssige Einzahlung?
Die Sparrate wird am Monatsende eingezahlt und in diesem Monat noch nicht verzinst. Das ist die vorsichtigere Variante und entspricht dem üblichen Ablauf bei Sparplänen, die zum Monatsende ausgeführt werden.
Warum weicht mein Depotwert vom Rechenergebnis ab?
Der Rechner unterstellt eine gleichmäßige Rendite. In der Realität schwanken Kurse. Zwei Depots mit derselben Durchschnittsrendite können nach 20 Jahren unterschiedlich dastehen, je nachdem wann die guten und die schlechten Jahre kamen. Dazu kommen Kosten und Steuern.

Jede Woche zeige ich dir, welche Aktien ich kaufe und warum.

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Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung dar. Investitionen in Aktien, Kryptowährungen, Optionen und andere Finanzinstrumente sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts von Kapital. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Die Ergebnisse dieses Rechners sind Modellrechnungen auf Basis deiner Eingaben und keine Zusage einer Wertentwicklung. Ob eine Anlage oder Gestaltung in deiner Situation sinnvoll ist, kann nur ein Steuerberater oder eine unabhängige Beratung beurteilen.

Stand: 2026-07-29