Zinseszinsrechner: So wächst dein Geld über die Jahre

Zuletzt geprüft am 9. August 2026

Endkapital 145.431,01 €
Eingezahlt
70.000,00 €
Dazugekommen
75.431,01 €

Die Rechnung berücksichtigt keine Steuern und keine Kosten. Auf Kapitalerträge fallen in Deutschland 26,375 % Abgeltungsteuer an, bei ETFs zusätzlich die jährliche Vorabpauschale.

050 Tsd.100 Tsd. Start10. Jahr20. Jahr 145.431 €
Die graue Fläche ist dein eingezahltes Geld. Die farbige Fläche darüber ist der Zuwachs.

Alle Werte sind Modellrechnungen ohne Gewähr. Rundungsdifferenzen sind möglich.

Beispiel: 10.000 € Startkapital, 250 € im Monat, 6 % Rendite

Laufzeit EndkapitalDavon eingezahltDavon Zinsen
10 Jahre 58.526,84 €40.000,00 €18.526,84 €
20 Jahre 145.431,01 €70.000,00 €75.431,01 €
30 Jahre 301.063,15 €100.000,00 €201.063,15 €
40 Jahre 579.776,62 €130.000,00 €449.776,62 €

Was dieser Rechner macht

Der Rechner zeigt dir, was aus deinem Startkapital und deiner monatlichen Sparrate über die Jahre wird. Du siehst nicht nur das Endkapital, sondern auch, wie viel davon du selbst eingezahlt hast und wie viel die Zinsen beigetragen haben. Genau diese Aufteilung ist der interessante Teil. Für einen festen Zielbetrag und ein festes Zieljahr nutzt du stattdessen den Sparrate-zur-Million-Rechner.

So rechne ich das aus

Der Rechenweg besteht aus einem Schritt, der sich jeden Monat wiederholt.

Schritt 1: Jahreszins auf Monatszins umrechnen. Wenn du 6 % pro Jahr erwartest, sind das nicht einfach 0,5 % pro Monat. Zwölf Monate mit je 0,5 % ergeben durch den Zinseszins 6,17 % im Jahr, also mehr als du eingegeben hast. Ich rechne deshalb geometrisch um. Aus 6 % pro Jahr werden 0,4868 % pro Monat. Zwölf solche Monate ergeben exakt 6 %.

Das klingt nach Erbsenzählerei, macht über lange Laufzeiten aber einen Unterschied von mehreren tausend Euro. Viele Rechner im Netz nehmen die einfache Näherung und zeigen dir deshalb ein etwas zu schönes Ergebnis.

Schritt 2: Vorhandenes Kapital verzinsen. Im ersten Monat sind das 10.000 €, die um 0,4868 % wachsen. Das sind 48,68 € Zinsen. Dein Kapital steht bei 10.048,68 €.

Schritt 3: Sparrate addieren. Am Monatsende kommen 250 € dazu. Du stehst bei 10.298,68 €.

Schritt 4: Wiederholen. Im zweiten Monat werden die 10.298,68 € verzinst, nicht mehr die ursprünglichen 10.000 €. Das ist der Zinseszins. Danach kommen wieder 250 € dazu.

Nach 20 Jahren, also 240 Wiederholungen, stehst du bei 145.431,01 €. Eingezahlt hast du davon 70.000 €, nämlich 10.000 € Startkapital plus 240 mal 250 €. Die restlichen 75.431,01 € sind Zinsen.

Das ist der Punkt, an dem die Rechnung interessant wird: Nach 20 Jahren stammt mehr Geld aus Zinsen als aus eigenen Einzahlungen. Nach 30 Jahren sind es 301.063,15 €, davon 100.000 € eingezahlt und 201.063,15 € Zinsen. Der Zinsanteil hat sich in zehn Jahren mehr als verdoppelt, obwohl du keinen Euro mehr im Monat gespart hast.

Warum die letzten Jahre am meisten bringen

Viele hören mit dem Sparen auf, weil es sich in den ersten Jahren kaum zu lohnen scheint. Nach fünf Jahren stehst du in diesem Beispiel bei 30.753,70 €, davon 25.000 € eingezahlt. Die Zinsen machen 5.753,70 € aus, also nicht einmal ein Fünftel.

Der Grund ist einfach: Zinsen entstehen auf das, was schon da ist. In den ersten Jahren ist wenig da. Nach zwanzig Jahren arbeiten 145.431,01 € für dich, und 6 % darauf sind allein im nächsten Jahr 8.725,86 €. Das ist fast dreimal so viel, wie du in diesem Jahr selbst einzahlst.

Daraus folgt die unbequeme Wahrheit dieser Rechnung: Der wertvollste Faktor ist Zeit, und den kannst du nicht nachkaufen. Wer zehn Jahre später anfängt, muss die Sparrate ungefähr verdoppeln, um am selben Punkt zu landen.

Was dabei oft übersehen wird

Die Steuer fehlt in jeder Bruttorechnung. Auf Kursgewinne und Ausschüttungen fallen 25 % Abgeltungsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf an, zusammen 26,375 %. Steuerfrei bleiben 1.000 € Kapitalerträge pro Jahr über den Sparerpauschbetrag, bei Ehepaaren 2.000 €. Auf die 75.431,01 € Zinsen aus dem Beispiel wären das ohne Freibeträge 19.894,93 € Steuer. Bei einem Aktienfonds mindert die Teilfreistellung von 30 % diesen Betrag. Wer mit ETFs spart, zahlt außerdem jedes Jahr die Vorabpauschale, auch ohne einen einzigen Anteil zu verkaufen.

Kosten wirken wie negative Rendite. Eine Verwaltungsgebühr von 0,5 % pro Jahr klingt harmlos. Sie senkt aber die Rendite von 6 % auf 5,5 %, und das kostet über 30 Jahre 28.492,23 €. Wie stark sich Kosten auswirken, siehst du im ETF-Sparplanrechner.

Die Durchschnittsrendite verschweigt die Reihenfolge. Der Rechner unterstellt jedes Jahr denselben Zins. Die Realität schwankt. Für die Ansparphase ist das weniger dramatisch, weil du in schlechten Jahren günstiger nachkaufst. In der Entnahmephase dreht sich das um, dort können frühe Verlustjahre das Kapital dauerhaft schmälern.

Inflation frisst einen Teil. 145.431,01 € in 20 Jahren fühlen sich heute nach viel an. Bei 2 % Inflation entsprechen sie einer heutigen Kaufkraft von 97.870,90 €. Wenn du in heutiger Kaufkraft rechnen willst, zieh die erwartete Inflation von der Rendite ab und rechne mit der Differenz, in diesem Fall mit 4 %.

Wie du den Rechner sinnvoll benutzt

Rechne nicht eine Variante, sondern drei. Eine optimistische mit 8 %, eine mittlere mit 6 % und eine vorsichtige mit 4 %. Über 20 Jahre ergibt das 188.859,34 €, 145.431,01 € und 112.871,66 €. Die Spanne von 75.987,68 € zeigt dir, wie sehr das Endergebnis von einer Annahme abhängt, die niemand kennt.

Danach dreh an der Sparrate statt an der Rendite. Die Rendite kannst du nicht steuern, deine Sparrate schon. Bei diesem Beispiel bringen 50 € mehr im Monat über 20 Jahre 22.671,93 € zusätzlich. Das ist mehr, als ein Prozentpunkt Renditeunterschied ausmacht, und es liegt in deiner Hand.

Und plane die Sparrate so, dass du sie auch in einem schlechten Jahr durchhältst. Ein Sparplan, den du nach drei Jahren aussetzt, weil er zu ambitioniert war, bringt weniger als eine kleinere Rate, die dreißig Jahre läuft.

Häufige Fragen

Wie viel Zinsen bekomme ich für 10.000 €?
Bei 6 % pro Jahr und ohne weitere Einzahlung werden aus 10.000 € nach 20 Jahren rund 32.100 €. Davon sind rund 22.100 € Zinsen. Nach 30 Jahren stehen rund 57.400 € auf dem Konto. Bei 3 % pro Jahr sind es nach 20 Jahren dagegen nur rund 18.100 €.
Was ist der Unterschied zwischen Zins und Zinseszins?
Zins ist der Ertrag auf dein eingezahltes Geld, Zinseszins der Ertrag auf bereits gutgeschriebene Zinsen. Bei 10.000 € und 6 % bringt der einfache Zins jedes Jahr 600 €, nach 30 Jahren wären das 28.000 €. Mit Zinseszins sind es 57.400 €. Die Differenz von rund 29.400 € entsteht allein dadurch, dass die Zinsen liegen bleiben.
Wie lange dauert es, bis sich mein Geld verdoppelt?
Teile 72 durch den Zinssatz, das ist die 72er-Regel. Bei 6 % sind das 12 Jahre, exakt gerechnet 11,9 Jahre. Bei 4 % dauert es 18 Jahre, bei 8 % noch 9 Jahre. Die Faustformel trifft für Zinssätze zwischen 3 % und 10 % gut zu, sie gilt aber nur für Kapital ohne weitere Einzahlungen.
Ich möchte in 20 Jahren 100.000 € haben. Wie viel muss ich dafür jeden Monat sparen?
Ohne jede Verzinsung wären es 417 € im Monat. Bei 6 % pro Jahr reichen rund 221 €, bei 4 % sind es rund 275 €. Der Rechner geht den umgekehrten Weg, du gibst die Sparrate ein und veränderst sie, bis das Endkapital passt. Vorhandenes Startkapital senkt die nötige Rate zusätzlich.
Ich bin 50 und habe noch 15 Jahre bis zur Rente. Bringt der Zinseszins da überhaupt noch etwas?
Bei 500 € im Monat und 6 % stehen nach 15 Jahren rund 143.500 €. Davon hast du 90.000 € selbst eingezahlt, rund 53.500 € kommen aus Zinsen. Gut ein Drittel des Endkapitals entsteht also erst durch die Verzinsung. Bei 4 % sind es rund 122.300 € und davon rund 32.300 € Zinsen.
Ich habe 30.000 € auf dem Tagesgeldkonto. Soll ich alles auf einmal anlegen oder lieber monatlich verteilen?
Rechnerisch liegt die Einmalanlage vorn, weil das Geld von Anfang an verzinst wird. Bei 6 % werden aus 30.000 € in 10 Jahren rund 53.700 €. Verteilst du dieselbe Summe auf 250 € im Monat über 10 Jahre, sind es rund 40.600 €. Diese Rechnung unterstellt eine gleichmäßige Rendite, über einen Kursrutsch kurz nach der Einzahlung sagt sie nichts.
Welche Rendite ist für einen breit gestreuten Aktien-ETF langfristig realistisch?
Breit gestreute Aktienindizes lagen im langjährigen Durchschnitt historisch zwischen 6 % und 8 % pro Jahr, mit einzelnen Jahren weit darüber und darunter. Eine Zusage für die Zukunft ist das nicht. Wie stark das Ergebnis an dieser Annahme hängt, zeigt die Spanne. 10.000 € Startkapital und 250 € im Monat ergeben über 20 Jahre bei 4 % rund 112.900 € und bei 8 % rund 188.900 €.
Sind im Zinseszinsrechner Steuern enthalten?
Nein, der Rechner zeigt die Bruttoentwicklung. Auf Kapitalerträge fallen 26,375 % Abgeltungsteuer samt Solidaritätszuschlag an, bei Kirchensteuerpflicht mehr. Von 22.100 € Zinsen auf ein Startkapital von 10.000 € nach 20 Jahren blieben damit rund 16.250 €, bei einem Aktien-ETF durch die Teilfreistellung von 30 % rund 18.000 €. Ein Teil davon wird beim ETF schon vorher über die Vorabpauschale fällig und beim Verkauf angerechnet.

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Modellrechnung auf Basis deiner Eingaben, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung und keine Zusage einer Wertentwicklung. Ob etwas in deiner Situation passt, klärst du mit einem Steuerberater. Ausführlicher Hinweis.