Was dieser Rechner macht
Der Rechner dreht die übliche Frage um. Der Zinseszinsrechner sagt dir, was aus deiner Sparrate in 20 Jahren wird. Hier gibst du stattdessen den Zielbetrag vor und bekommst den Zeitpunkt. Voreingestellt ist die erste Million, du kannst aber jede andere Summe eintragen.
Du bekommst vier Zahlen: die Jahre bis zum Ziel, das Kalenderjahr der Zielerreichung, deine Einzahlungen bis dahin und den Anteil, der aus der Rendite stammt.
So rechne ich das aus
Ich gehe Monat für Monat vor und prüfe nach jedem Monat, ob der Zielbetrag erreicht ist. Als Beispiel nehme ich die Voreinstellung: 25.000 € Startkapital, 500 € Sparrate im Monat, 7 % Rendite pro Jahr, Ziel 1.000.000 €.
Schritt 1: Jahresrendite auf den Monat umrechnen. Die Monatsrendite ist nicht einfach 7 geteilt durch 12. Zwölf Monate mit je 0,5833 % ergeben durch den Zinseszins 7,23 % im Jahr und damit mehr als die eingegebenen 7 %. Ich rechne deshalb geometrisch um. Aus 7 % pro Jahr werden 0,5654 % pro Monat. Zwölf solche Monate ergeben exakt 7 %.
Schritt 2: Den ersten Monat rechnen. Die 25.000 € wachsen um 0,5654 %. Das sind 141,35 € Ertrag. Am Monatsende kommen 500 € Sparrate dazu. Du stehst bei 25.641,35 €.
Schritt 3: Wiederholen. Im zweiten Monat werden die 25.641,35 € verzinst, nicht mehr die ursprünglichen 25.000 €. Der Ertrag steigt auf 144,98 €, das Kapital auf 26.286,33 €. Genau dieser Effekt macht die Rechnung später schnell.
Schritt 4: Stoppen, sobald das Ziel fällt. Im 402. Monat überschreitet das Depot zum ersten Mal die Million. Das sind 33,5 Jahre. Bei einem Start im Januar 2026 fällt dieser Monat in das Jahr 2059.
Schritt 5: Aufteilen. Eingezahlt hast du bis dahin 226.000 €, nämlich 25.000 € Startkapital plus 402 mal 500 €. Im Depot liegen 1.005.745,20 €. Die Differenz von 779.745,20 € stammt aus der Rendite. Von jedem Euro am Ziel hast du also gut 22 Cent selbst eingezahlt.
Die Million kommt am Schluss, nicht am Anfang
Mit denselben Eingaben sehen die Zwischenziele so aus:
| Zielbetrag | Jahre bis dahin | Zieljahr |
|---|---|---|
| 100.000 € | 7,6 Jahre | 2033 |
| 250.000 € | 16,2 Jahre | 2042 |
| 500.000 € | 24,3 Jahre | 2050 |
| 750.000 € | 29,6 Jahre | 2055 |
| 1.000.000 € | 33,5 Jahre | 2059 |
Die ersten 100.000 € dauern 7,6 Jahre. Die letzten 250.000 € dauern 3,9 Jahre. Nach 20 Jahren, also nach knapp 60 % der Strecke, liegen erst 350.510,30 € im Depot. Das ist gut ein Drittel des Ziels.
Nach zehn Jahren liegen sogar erst 134.704,65 € im Depot, also gut 13 % des Ziels. Wer an dieser Stelle enttäuscht aufhört, wirft den wertvollsten Teil der Strecke weg. Der letzte Abschnitt trägt am meisten, weil dort das größte Kapital arbeitet.
Was dabei oft übersehen wird
Die Steuer verschiebt den Termin um Jahre. Auf Kapitalerträge fallen 25 % Abgeltungsteuer an (§ 32d EStG) plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf (§ 4 SolzG), zusammen 26,375 %. Bei Aktienfonds bleiben 30 % der Erträge steuerfrei (§ 20 InvStG), womit der Satz auf 18,46 % sinkt. Würde jeder Ertrag sofort versteuert, blieben von 7 % Rendite noch 5,71 %. Damit dauert der Weg 38,3 Jahre statt 33,5. Das ist die pessimistische Rechnung. Bei einem thesaurierenden ETF, also einem Fonds, der seine Erträge nicht ausschüttet, sondern sofort wieder anlegt, wird jährlich nur die Vorabpauschale fällig. Der Rest wird erst beim Verkauf besteuert. Was das genau bedeutet, zeigt der Vorabpauschale-Rechner, die Steuer auf den Verkauf rechnet der Abgeltungssteuer-Rechner. Steuerfrei bleiben pro Jahr 1.000 € Kapitalerträge über den Sparerpauschbetrag, bei zusammen veranlagten Ehepaaren 2.000 € (§ 20 Abs. 9 EStG).
Die Inflation nimmt dem Ziel fast die Hälfte. Eine Million im Jahr 2059 ist nicht eine Million von heute. Bei 2 % Teuerung pro Jahr entspricht sie einer heutigen Kaufkraft von rund 515.000 €. Wenn du in heutiger Kaufkraft rechnen willst, zieh die erwartete Inflation von der Rendite ab. Aus 7 % Rendite und 2 % Inflation werden 4,9 %. Mit diesem Wert dauert der Weg zur Million 42,2 Jahre statt 33,5.
Die Rendite ist die Annahme mit der größten Wirkung und der geringsten Kontrolle. Bei 5 % dauert es im Beispiel 41,6 Jahre, bei 9 % nur 28,3 Jahre. Zwischen den beiden Werten liegen 13,3 Jahre. Genau diese Annahme kannst du nicht steuern. Deine Sparrate schon.
Früh eingezahltes Geld wiegt schwerer als spät eingezahltes. 25.000 € mehr Startkapital verkürzen den Weg von 33,5 auf 30,5 Jahre, also um genau drei Jahre. 50 € mehr Sparrate im Monat verkürzen ihn um ein Jahr, und über die 32,5 Jahre bis dahin zahlst du dafür 19.500 € ein. Ähnliche Beträge, sehr unterschiedliche Wirkung. Der Grund ist die Laufzeit: Das Startkapital arbeitet vom ersten Monat an mit, die letzte Sparrate nur noch einen Monat.
Der Rechner unterstellt einen Sparplan ohne Störung. Er nimmt an, dass du jeden Monat einzahlst, nie etwas entnimmst und die Rendite jedes Jahr gleich ausfällt. Die Realität kennt Jobwechsel, Autoreparaturen und Börsenjahre mit 30 % Minus. Kosten fehlen ebenfalls. Wie stark laufende Gebühren wirken, siehst du im ETF-Sparplanrechner.
Wie du den Rechner sinnvoll benutzt
Rechne nicht eine Variante, sondern drei: eine vorsichtige mit 5 %, eine mittlere mit 7 % und eine optimistische mit 9 %. Die Spanne der Ergebnisse ist ehrlicher als eine einzelne Jahreszahl.
Danach dreh die Frage um. Setz eine Jahreszahl fest, die zu deinem Leben passt, und erhöhe die Sparrate, bis sie erreicht wird. Ohne Startkapital und mit 7 % Rendite sieht das so aus:
| Zeit bis zur Million | Nötige Sparrate im Monat |
|---|---|
| 40 Jahre | 405 € |
| 35 Jahre | 585 € |
| 30 Jahre | 856 € |
| 25 Jahre | 1.278 € |
| 20 Jahre | 1.971 € |
Jedes Jahrzehnt weniger Zeit kostet gut die doppelte Rate. Das ist der Preis für verlorene Jahre, und er lässt sich später nicht mehr aufholen.
Setz dir außerdem Zwischenziele. Trag 100.000 € als Zielbetrag ein statt einer Million. Diese Marke fällt im Beispiel nach 7,6 Jahren und ist überprüfbar. Eine Zahl, die 33 Jahre entfernt liegt, motiviert kaum jemanden. Und wenn du wissen willst, was die Million im Ruhestand pro Monat hergibt, rechne mit dem Entnahmeplan-Rechner weiter.
Wenn das Ziel nicht erreichbar ist
Die Suche läuft höchstens 80 Jahre weit. Wird der Zielbetrag bis dahin nicht erreicht, stehen in allen vier Ergebniszeilen Nullen. Das passiert zum Beispiel bei einer Sparrate von 0 € und 0 % Rendite oder bei einer dauerhaft negativen Rendite. Die Nullen sind kein Rechenfehler. Sie bedeuten, dass es mit diesen Eingaben keinen Zeitpunkt gibt, an dem das Ziel fällt. Dann ist die nächste Frage nicht das Zieldatum, sondern die Sparrate.